Gaschke-Nachfolge: SPD-Mann Kämpfer ist Kiels neuer OB

Gaschke-Nachfolge
SPD-Mann Kämpfer ist Kiels neuer OB

Kiel bleibt weiter rot: SPD-Politiker Kämpfer gewann die Oberbürgermeisterwahl in Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt deutlich. Er tritt die Nachfolge der Ex-Journalistin Gaschke an.
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KielDer Sozialdemokrat Ulf Kämpfer leitet künftig die Geschicke der Landeshauptstadt Kiel. Fünf Monate nach dem Rücktritt der früheren „Zeit“-Journalistin Susanne Gaschke (SPD) gewann der Jurist am Sonntag die Oberbürgermeisterwahl in Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt mit deutlichem Vorsprung. Er kam laut vorläufigem Endergebnis auf 63,12 Prozent. Der CDU-Kandidat Stefan Kruber erzielte 28,32 Prozent, der Einzelbewerber Detlef Hackethal 8,54 Prozent.

Kämpfer sprach nach der Wahl von einem „großen Vertrauensvorschuss“. „Das ist großartig, das ehrt mich, aber das ist auch eine große Verantwortung.“

Kämpfer wurde außer von der SPD auch von Grünen und Südschleswigschem Wählerverband (SSW), der Partei der dänischen Minderheit in Schleswig-Holstein, getragen. Die drei Parteien kooperieren in der Ratsversammlung. SPD-Landeschef Ralf Stegner wertete das Ergebnis als gutes Signal für die Landesregierung aus SPD, Grünen und SSW.

Zur Wahl aufgerufen waren 197.000 Kieler. Die Wahlbeteiligung war mit 45,84 Prozent deutlich höher als bei der vorangegangen Wahl im Jahr 2012. Damals hatte sie 35,8 Prozent betragen.

Kämpfers Vorgängerin Gaschke trat im vergangenen Oktober nach langem Streit um ihr Vorgehen in einem Steuerdeal zurück. Sie hatte einem Augenarzt per Eilentscheid vorbei an der Ratsversammlung Zinsen und Säumniszuschläge in Höhe von 3,7 Millionen Euro erlassen, damit er 4,1 Millionen an Gewerbesteuern abstottert. Die Kommunalaufsicht hält den Deal für rechtswidrig, die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Untreue.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Die Beteiligung war deshalb deutlich, weil bei der Wahl auch ein Bürgerbegehren durchgeführt wurde. Dabei ging es die Ansiedlung eines weiteren großen Möbelhauses, für dessen Bau eine große Fläche mit Schrebergärten benötigt wird. Das interessiert die Bürger sicher mehr, als welcher Kopf da gerade im Rathaus sein Unwesen treibt.

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