Gasförderung: Bodensee als Problem bei Fracking-Gesetz

Gasförderung
Bodensee als Problem bei Fracking-Gesetz

Die Gasförderung mit Hilfe von Fracking ist hierzulande zum Kampfbegriff geworden. Eine geplante Regelung soll die Methode erschweren, doch vielen reicht das noch nicht. Sorge macht auch das Trinkwasser aus dem Bodensee.
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BerlinDie Sorge um das Trinkwasser aus dem Bodensee könnte zu einer weiteren Verschärfung des Gesetzentwurfs für die Gasförderung aus tiefen Gesteinsschichten führen. „Der Bodensee und Fracking vertragen sich nicht“, sagte der Konstanzer CDU-Abgeordnete Andreas Jung am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. Um den Bodensee sei nur die Hälfte der Gebiete als Wasserschutzgebiete ausgewiesen.

Diese sollen dem Entwurf von Umwelt- und Wirtschaftsministerium zufolge für das Fracking tabu sein. Besonders CDU-Abgeordnete aus Baden-Württemberg pochen auf eine Nachbesserung, das Bodenseewasser versorge fünf Millionen Menschen. Daher müssten Bohrungen auch in oberirdischen Einzugsgebieten von Seen und Talsperren verboten sein, forderte Jung. Dieser Punkt solle noch in die geplante Änderung des Paragrafen 52 des Wasserhaushaltsgesetzes eingearbeitet werden.

Kritiker warnen vor Risiken durch eingesetzte Chemikalien für das Trinkwasser. Bei der neuen Fördertechnik wird mit hohem Druck unter Einsatz von Wasser, Sand und Chemikalien das Gestein aufgebrochen, damit das Gas durch feine Risse großflächig entweichen kann. SPD und Grüne sind für ein Verbot, bis ein Einsatz ohne giftige Chemikalien möglich ist. Die Linke will ein Komplettverbot von Fracking für ganz Deutschland.

Am 15. Mai soll der Entwurf von der schwarz-gelben Koalition in den Bundestag eingebracht werden. Bisher gibt es keine Regelung, so dass theoretisch überall Anträge gestellt werden könnten. De Facto gilt eine Art Moratorium bis zu einer Einigung.

Auch Baden-Württembergs CDU-Landeschef Thomas Strobl pocht auf eine Verschärfung. Denn der Schutz des Trinkwassers habe Priorität. Die Organisation Campact, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) und das Bürgerbündnis „Gegen Gasbohren“ forderten am Dienstag die Bundesregierung auf, die Gasfördermethode zu verbieten. Nach einer Emnid-Umfrage würden 66 Prozent der Befragten ein Verbot befürworten, zudem hätten 150.000 Menschen im Internet den Appell „Fracking stoppen“ unterzeichnet, erklärten die Fracking-Gegner.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Gasförderung: Bodensee als Problem bei Fracking-Gesetz"

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  • @Fredi

    Es ist nicht richtig, dass die Gasförderunternehmen die Zusammensetzung ihrer Frackflüssigkeiten nicht veröffentlicht hätten, siehe z.B. ExxonMobil unter http://www.erdgassuche-in-deutschland.de/technik/hydraulic_fracturing/fracmassnahmen.html

    Frackflüssigkeiten sind in die Wassergefährungsklasse 1 eingestuft, so wie Gülle, die ja bekanntlich in großen Mengen auf die Felder und damit ins Grundwasser geschüttet werden darf. Viel Spaß beim Trinken der Schweinepisse!

  • @Numismatiker

    Aber das Ausbringen von Gülle und Pestiziden im Einzugsbereichs des Bodensees und anderer Gewässer ist für Sie kein Problem?! Auch das Autos jeden Winter Millionen Liter Scheibenwaschwasser mit Tensiden auf die Straßen und damit in die Landschaft spritzen ist kein Problem, denn Sie fahren ja auch Auto. Und das die Straßenmeisterreien tausende Tonnen Streusalz ausbringen, das ebenso ins Grundwasser sickert ist auch kein Problem, wie? Demgegenüber werden Frackflüssigkeiten tausende Meter tief unterhalb der Grundwasserschichten eingepresst. In Norddeutschland sind seit 1961 über 300 Gasbohrungen gefrackt worden, ohne irgendwelche Umweltschäden. Aber ohne Nachdenken gegen Ölkonzerne wettern ist ja so schön "grün", über eigene Umweltsünden nachzudenken ist da doch vbiel unangenehmer, wie?

  • @Drangela

    Chemie = giftig? Haben Sie sich schon mal gefragt, welche Produkte aus der chemischenIdustrie auch Sie täglich benutzen! - angefangen bei der Seife zum Händewaschen, Spül- und Waschmittel, Plastik- und Kunststoffgegenstände usw. Dagegen ist eine Frackflüssigkeit nachgerade harmlos, und gehört in die Wassergefährdungsklasse 1, so wie Gülle. Dass aber Gülle und Pestizide auf die Felder geschüttet werden, ist für Sie kein Problem!? Gefrackt wird im tiefen Untergrund, tausende Meter unterhalb der Grundwasser führenden Schichten.

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