Gastkommentar
„Griechenland muss die Eurozone verlassen“

Ein Unternehmer redet Klartext: Griechenland muss die Eurozone verlassen, fordert Keksfabrikant Carl-Jürgen Brandt. Die Schmerzgrenze für die Griechen sei erreicht. Auch mit der Kanzlerin geht Brandt hart ins Gericht.
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Um es vorweg zu sagen: Bei aller Kritik an Frau Merkel geht es mir darum, ihr Mut zu machen. Ich will die Bundeskanzlerin vor allem dazu ermutigen, unser Land klar zu führen und auch unliebsame Entscheidungen zu treffen. Wenn man der Bevölkerung das richtig erklärt, wird sie solche Entscheidungen auch mittragen. Jeder mittelständische Unternehmer weiß, dass es ohne klare Führung nicht geht.

Leider hat die Bundeskanzlerin insbesondere seit Antritt der Regierung mit der FDP diese klare Führung vermissen lassen. Dadurch ist das Vertrauen bei den Unternehmern drastisch zurückgegangen. Die Regierung eilt offenbar nur noch von Wahltermin zu Wahltermin. Vor allem hat man den Eindruck: Die können sich nur streiten.

Ein Beispiel ist die Steuerpolitik. Ich halte es für absolut falsch, jetzt von Steuersenkungen zu sprechen. Wir können nicht über die Probleme anderer Euro-Länder diskutieren, ohne unseren eigenen Haushalt zu konsolidieren. 60 Prozent maximale Staatsverschuldung, gemessen am Bruttoinlandsprodukt: So steht es in den Verträgen, und bevor wir das nicht erreicht haben, ist jede Steuersenkung fehl am Platz.

Als Unternehmer müssen wir eine Menge Steuern bezahlen. Im Prinzip ist es heute so, dass 50 Prozent unseres Einkommens dem Staat gehören. Das halte ich aber für in Ordnung. Allerdings sollte man diese Grenze auch nicht überschreiten – schließlich sind die Unternehmen diejenigen, die wirklich Verantwortung tragen.

Leider wird in der ganzen Steuerpolitik Wolfgang Schäuble, der Finanzminister, zu wenig ernst genommen. Vor diesem Mann kann ich nur meinen Hut ziehen, der ist fachlich einwandfrei, geradlinig und sehr kompetent. Das gilt auch für die Politik in der Euro-Zone. Ich halte es für absolut richtig, dass er die Banken bei der Rettung Griechenlands zur Kasse bitten will. Diejenigen, die den Schlamassel verursacht haben, müssen auch daran beteiligt werden. Es darf nicht sein, dass die Gewinne privat eingefahren und die Verluste sozialisiert werden: Hier liege ich voll auf der SPD-Linie.

In einem Punkt bin ich allerdings anderer Meinung als Herr Schäuble. Ich glaube, dass Griechenland die Euro-Zone verlassen muss. Das heißt ja nicht, dass das Land die EU verlässt. Großbritannien ist auch Mitglied der EU, hat aber eine eigene Währung. Nach meiner Meinung hat es keinen Sinn, den Griechen immer noch mehr Einsparungen aufzuzwingen, nur damit sie in der Euro-Zone bleiben können. Das, was sie bisher tragen müssen, ist ungefähr so, als müssten die Deutschen auf 30 Prozent ihres Einkommens verzichten. Das kann man niemandem zumuten. Die Griechen können auch nicht auf einen Schlag für alle Probleme bezahlen, die sich im Laufe der Jahre angesammelt haben.

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Kommentare zu " Gastkommentar: „Griechenland muss die Eurozone verlassen“"

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  • @TortyCash
    volle Zustimmung, so ist es.
    was aht man die letzten 10 jahre nicht alles von "HAUSHALTSKONSOLIDIERUNG" gefaselt. Entscheidend ist nicht, was die Regierung sagt, sondern was sie tut.
    Fakt ist, die Schulden vermehren sich wie ein Krebsgeschwür.
    Niemand hat die Absicht , diese zu verringern- den Haushalt zu konsolidieren. Sie wurschteln weiter und weiter ......auch diese Schulden werden nicht zurückgezahlt- jedenfalls nicht auf normalem Wege, man will doch gar nicht.
    Fakt ist auch: Egal wieviel der Staat einnimmt, es reicht ihm nie. Ob 50-60 oder 70 %- Der Staat frißt alles auf und schuldet dennoch weiter auf.
    Warum? Das wissen die Götter. Man kann nur spekulieren darüber.
    Mein Verständnis dafür ist vorbei, meine Geduld und die Erwartung , dass sich das ändert ist zu Ende.
    Das geht solange, bis es "PENG" macht- über Nacht.
    Dann wollten sie doch wieder mal alle nur das Beste. So läuft das immer , so läuft es weiter.
    Diese ganzen Phrasen die dazu gedroschen werden, kann man vergessen, alles leeres Gerede, man kann es nicht mehr hören.

  • "... Als Unternehmer müssen wir eine Menge Steuern bezahlen. Im Prinzip ist es heute so, dass 50 Prozent unseres Einkommens dem Staat gehören. Das halte ich aber für in Ordnung. ..."

    An dem Punkt habe ich aufgehoert weiter zu lesen.
    Vermutlich nascht der Herr nicht von seinem normalen Gebaeck, sondern space-coocies.

    Wer 50% Staatsenteignung als "in Ordnung" betrachtet, ist kein Unternehmer, sondern moechte hauptberuflich entweder den Sozialengel mimen oder sich als aufrechter Staatsrat-Obersozengenosse in Stellung bringen.

  • Die Unnternehmer sind die, die wirklich Verantwortung tragen?
    Wie lächerlich! Uneternehmer sind die wahren Parasiten, die sich auf Kosten der lohnabhängigen Bevölkerungsmehrheit die Taschen vollstopfen ohne Rüclksicht auf Verluste und dabei von geschmierten Politlakeien und Medien unterstützt werden.
    Wichtig das auch hier mal zu erwähnen, wo doch sonst fast nur arbeitnehmerfendliche Propaganda gepostet wird.

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