Gauck bei Familienunternehmern
„Scheitern kann auch ein Gewinn sein“

Viel Lob und ein paar Hausaufgaben: Bei den Familienunternehmer-Tagen lobt Bundespräsident Joachim Gauck das Verantwortungsbewusstsein der traditionsreichen Firmen. Er gibt ihnen aber auch Forderungen mit auf den Weg.
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BerlinEs ist einer der schönen Termine an diesem sonnigen Donnerstag in Berlin für Bundespräsident Joachim Gauck, zumindest sagt er das den versammelten Familienunternehmern im E-Werk. Später wird er noch zum 100. Jahrestag des Beginns der Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich sprechen – einer der schwierigeren Termine für das Staatsoberhaupt.

Nun aber erstmal das Angenehme. Gauck fühlt sich sichtlich wohl, spätestens als der Präsident der Familienunternehmer ihm mitteilt, dass er mit dem Staatsoberhaupt mindestens zwei Dinge gemeinsam habe. „Wir haben am gleichen Tag Geburtstag und beide eine Vorliebe für die Freiheit.“ Gauck erwidert: „Ja, wo er recht hat, hat er recht.“

Der Verband der Familienunternehmer hat bestimmt nicht zufällig diesen Ort für seine große Jahrestagung gewählt, auf der anderen Straßenseite liegt das Bundesfinanzministerium. Dort zerbrechen sich die Fachabteilungen und auch Minister Wolfgang Schäuble (CDU) die Köpfe über eine Lösung für die Erbschaftsteuer, die die Bundesregierung nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Herbst 2014 neu regeln muss.

Gauck hatte viele anerkennende Worte für die Familienunternehmer übrig. Sie hätten es nicht nur überstanden, dass die Berater sie bereits in den 80er-Jahren während einer ersten Globalisierungswelle abgeschrieben hätten, sondern auch die Wirtschafts- und Finanzkrise nach 2008 mehr als überlebt. Sie hätten ihre Firmen zukunftssicher gemacht.

„Gerade Familienunternehmen stehen in so vielen konkreten Fällen für die Soziale Marktwirtschaft“, lobte er. Die Familienunternehmer stünden für Verantwortung, sie „unterscheiden sich von den angestellten Managern“, sie könnten nicht mit ihren Firmen das Land schnell verlassen und sie seien „nicht too big to fail“. Doch Gauck hatte auch noch einige Hausaufgaben für die Unternehmer mitgebracht.

Sie sollen in der Gesellschaft mehr Zeichen setzen. „Erfolg hat ja eine Herkunft“, und die müssten die Familienunternehmer auch in die Öffentlichkeit tragen. Außerdem gebe es da so neuralgische Punkte: Wirtschaften sei schneller und komplexer geworden, „das eigene Geschäftsmodell ist permanent zu hinterfragen“.

Der demografische Wandel – also die Chancen erfahrener älterer Mitarbeiter auch in kleineren Unternehmen – sei zu nutzen. Außerdem seien die Ausgaben für Forschung und Entwicklung bei den kleineren und mittleren Unternehmen seit Ende der 90er-Jahre zurückgefallen, hinter denen der großen Unternehmen.

Darüber hinaus beklagt er die nachlassende Gründungstätigkeit und er fragt: „Was hindert den deutschen Informatiker zu Gründen? Der verschulte Bachelor, die fehlenden Garagen oder das typisch deutsche Sicherheitsdenken, eine angemessene Einstellung zum Scheitern. Scheitern kann auf den zweiten Blick auch ein Gewinn sein. Auf der Suche nach Indien machte Kolumbus die Entdeckung Amerikas.“

Und weil ein Mentalitätswandel nicht zu verordnen sei, brauche es gute Beispiele – von Unternehmern. Das Motto der Familienunternehmer „Wir sind die Wirtschaft“ erweiterte er in „Wir sind die Wirtschaft, wir sind die Politik, wir sind zuständig."

Kommentare zu " Gauck bei Familienunternehmern: „Scheitern kann auch ein Gewinn sein“"

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  • „Scheitern kann auch ein Gewinn sein“

    Na, dann ist unser Pfarrer Gauckler aus der Ostzone ja DER Gewinner der letzten Jahre.

  • Ja der Gauck kann gut schwätzen. Wer als verantwortlicher Politiker Millionen am Nürburgring, Elbphilharmonie oder Flughäfen verbrennt, tritt schlimmstenfalls zurück und ist weiterhin bestens versorgt. Wer als Unternehmer Pech hat (es reicht ja schon, daß ein Großkunde nicht zahlt) verliert Haus und Hof und kann für seine Familie Hartz 4 bezahlen. Zusätzlich wird er noch als Versager beschimpft, der sowieso nur seine Angestellten ausgebeutet hat.

    Die Politik sorgt dafür, daß keiner mehr Lust darauf hat. Dann doch lieber im öffentlichen Dienst eine ruhige Kugel schieben und wohlversorgt den Ruhestand genießen.

  • Die Bundesregierung und dei deutsche Bundestagspolitik wird mit ihren marktfeindlichen EEG = Energiewende dafür sorgen, dass in Zukunft immer mehr Unternehmen in Deutschland scheitern werden.
    Die Energiewende verteuert den Strom und basiert auf einen Subventionsgesetz = EEG. Und diese Gesetz sorgt dafür, das wirtschaftliche und wertschöpfenden Arbeitsplätze = Unternehmen durch hochsubventionierte und von uns Verbrauchern durch Zwang gesponserten (EEG-Abgabe) Arbeitsplätze (politisches Plansystem) ersetzt werden. DDR System 2.0 lässt Grüßen!

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