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Gauck-Coup der FDP: Ein Totgesagter meldet sich zurück

Die FDP liegt auf der Intensivstation, doch im Präsidentenpoker mit der Union geben die Liberalen ein überraschendes Lebenszeichen ab. Der Preis ist eine vergiftete Stimmung in der Koalition. Die CDU sinnt auf Rache.

Berlin/DüsseldorfNur Minuten nach dem großen Sieg steht er vor dem Kanzleramt und grinst. Dann sagt er einen Satz, der tief in das Seelenleben der FDP blicken lässt. „Entscheidend ist, dass es gelungen ist, durchzusetzen, was wir wollten.“ Man muss sich diesen leicht verschachtelten Satz Philipp Röslers auf der Zunge zergehen lassen, und zwar Wort für Wort: „DURCHZUSETZEN, WAS WIR WOLLTEN“.  Röslers unbedachtes Statement, gesprochen kurz nach der offiziellen Verkündigung der Kandidatur von Joachim Gauck für das Präsidentenamt, verrät, wie sehr die FDP diesen Erfolg wollte.

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Verzweifelt haben die Partei und ihr Vorsitzender in den vergangenen Wochen und Monaten nach einer guten Nachrichte gelechzt. Die Sehnsucht danach war offenbar so groß, dass die Liberalen alles auf eine Karte setzten. Sie waren bereit, eine handfeste Koalitionskrise mit ungewissem Ausgang zu riskieren, nur um endlich wieder in die Offensive zu kommen.

Bundespräsident

Die Möglichkeit dafür bot sich der FDP unverhofft. Bis zuletzt hatten sie zähneknirschend zu Christian Wulff halten müssen, war der Bundespräsident doch auch mit ihren Stimmen ins Amt gewählt worden. Seinen Rücktritt müssen die Liberalen als Befreiung erlebt haben. Auch deshalb dürften sie sich darüber geärgert haben, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel ihnen bei der Suche nach einem Nachfolger eine Statistenrolle zugedacht hatte und den parteiübergreifenden Kompromiss anstrebte. Wäre es zu einer Einigung zwischen CDU und SPD gekommen, die Liberalen hätten keine andere Möglichkeit gehabt als sie abzunicken.

Joachim Gauck (vorne) und Philipp Rösler bei der Pressekonferenz im Kanzleramt: Durchsetzen was wir wollten. Quelle: dpa
Joachim Gauck (vorne) und Philipp Rösler bei der Pressekonferenz im Kanzleramt: Durchsetzen was wir wollten. Quelle: dpa

Für Merkel waren nach der Absage ihres Favoriten Andreas Voßkuhle mehrere Kandidaten denkbar. Mit dem früheren Umweltminister Klaus Töpfer hätte sie gut leben können, genauso wie mit dem ehemaligen Vorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Wolfgang Huber. Nur gegen Gauck sperrte sich die Kanzlerin bis zuletzt. Sie wollte nicht auch noch öffentlich eingestehen, was ohnehin schon jeder weiß: Dass es ein Fehler war, bei der letzten Präsidentenwahl Wahl Christian Wulff gegen den Oppositionskandidaten Joachim Gauck durchzusetzen, und dass niemand anderes als die Kanzlerin persönlich die Verantwortung dafür trägt.

Bildergalerie Die Missgeschicke des Herrn Rösler

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  • 18.03.2012, 22:41 UhrAnonymer Benutzer: RobertSchumansErben

    Noch ruhen meine Augen auf den Wahlen zur französischen Präsidentschaft und dort auf dem Gegenspieler des Gnomen, eben der Sozialist Hollande. Gewiß, er hat gute Cancen in Frankreich die Wahlen zu gewinnen, dann gute Nacht Angelah, der legt sich nämlich nicht gleich in anderer Leits Unterkunft.

  • 21.02.2012, 09:44 Uhrlensoes

    @radiputz, Sie sprechen mir heut aus der Seele.
    Die Dame trifft zwei gigantische Fehlentsscheidungen, findet in ihrem abgekastelten Beraterkuckucksheim keinen Zugang zur Stimmung der Bevoelkerung, vergeigt mit inkompetenten EU Aufsichtsbehoerden, kriminellen Banken hunderte von MRD Euro und die Michels freuen sich ueber die eiserne Lady.

    Die gr Privatbanken wackeln taeglich Merkels Entengang, so schwach sind sie auf der Brust. Die Emporikibank ist Tochter eine franz. Grossbank. Was glauben Sie steht da uns noch bevor..?

    Es geht nur noch mit Politsatire....
    Soll mir später hier keiner sagen, wir haetten es nicht gewusst.

  • 21.02.2012, 08:46 UhrAnonymer Benutzer: PRhodan

    Die Umfragewerte für die FDP werden nach diesem Kantersieg deutlich steigen: von 2 % auf vielleicht 3 %. In gut 2 Jahren werden sie in keinem Parlament mehr vertreten sein - und das ist auch gut so!

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