Gauck-Nachfolge
Für die Linken geht wohl Butterwegge ins Rennen

Er ist ein streitbarer Linker und forscht über die Armen in Deutschland. Nun soll offenbar der Kölner Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge der Linken-Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten werden.
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Berlin/KölnDie Linken wollen voraussichtlich den renommierten Armutsforscher Christoph Butterwegge als Kandidaten um das Amt des Bundespräsidenten aufstellen. Er sei im Gespräch und grundsätzlich bereit dazu, am 12. Februar in der Bundesversammlung anzutreten, sagte der parteilose Politikwissenschaftler der Deutschen Presse-Agentur in Köln. In Parteikreisen in Berlin wurde dies bestätigt. Offiziell wollen Partei- und Fraktionsführung am Montag über ihren Kandidaten beraten und ihren Beschluss verkünden. Damit würde der Wissenschaftler gegen Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) antreten, auf den sich Union und SPD als künftigen Bundespräsidenten geeinigt hatten.

Die Linkspartei lehnt Steinmeier ab, weil er als „Initiator“ der Agenda 2010 für die Zerstörung des Sozialstaates stehe und Befürworter von Interventionskriegen sei. Um ein Zeichen für den erwünschten Politikwechsel zu setzen, hatte die Partei einen eigenen Kandidaten angekündigt. Butterwegge (65) gilt als chancenlos. Mit einer Kandidatur könne er aber verstärkt auf eine wachsende Kluft zwischen Arm und Reich hinweisen, sagte er. Und aufmerksam machen auf eine „verfehlte Reformpolitik unterschiedlicher Regierungen als Ursache für den Verlust an sozialer Sicherheit.“

Schon 2012 wollte die Linkspartei Butterwegge als Kandidaten gewinnen. Damals war der Kölner Wissenschaftler aber kurzfristig abgesprungen, weil die Partei noch zwei weitere Namen nannte. Die Nazi-Jägerin Beate Klarsfeld war schließlich damals für die Linken gegen Joachim Gauck angetreten. Butterwegge sagte am Donnerstag, Bedingung für eine Kandidatur sei für ihn, dass die Linke keine weitere Person nominiere.

2010 hatte die Linke die Fernsehjournalistin Luc Jochimsen und 2009 den als „Tatort“-Kommissar bekannten Schauspieler Peter Sodann ins Rennen um das Bundespräsidentenamt geschickt. Butterwegge lehrt an der Uni Köln und hat zahlreiche Bücher verfasst, darunter „Armut in einem reichen Land“ (2016).

Somit zeichnen sich drei Kandidaten für die Bundesversammlung im Februar ab, neben Steinmeier und Butterwegge noch Albrecht Glaser für die AfD.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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