Gaza-Demonstrationen
Merkel verurteilt antisemitische Parolen

„Angriff auf Freiheit und Toleranz“: Bundeskanzlerin Merkel kritisiert die antisemitischen Ausfälle bei Demonstrationen in Deutschland scharf. Auch die Evangelische Kirche zeigt sich solidarisch mit deutschen Juden.

HannoverBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die jüngsten antisemitischen Parolen bei Kundgebungen in verschiedenen deutschen Städten gegen Israels Militäroffensive im Gazastreifen verurteilt. Die Äußerungen seien ein „Angriff auf Freiheit und Toleranz“, zitierte Vize-Regierungssprecher Georg Streiter am Mittwoch die Kanzlerin. „Dies können und wollen wir nicht hinnehmen.“

Bei pro-palästinensischen Demonstrationen in Berlin, Frankfurt und anderen Städten waren unter anderem Parolen wie „Jude, Jude, feiges Schwein - komm heraus und kämpf' allein“ oder „Kindermörder Israel“ gerufen worden. Die Berliner Polizei verbot diesen und anderen Slogans inzwischen. Für Freitagnachmittag ist in Berlin eine Demonstration zum Al-Quds-Tag angemeldet, der immer wieder Anlass für antisemitische Parolen ist. Zeitgleich wird es zwei Gegendemonstrationen geben, darunter eine der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG).

Auch die Evangelische Kirche in Deutschland hat nach jüngsten antisemitischen Vorfällen den in der Bundesrepublik lebenden Juden ihre Solidarität bekundet. „Es beschämt mich, dass Menschen jüdischen Glaubens in unserem Land auf offener Straße angegriffen werden und um ihre Gesundheit und auch um ihr Leben fürchten müssen“, schrieb der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, in einem am Mittwoch veröffentlichten Brief an den Zentralrat der Juden in Deutschland.

„Mein Erschrecken, mein Mitgefühl und meine Solidarität möchte ich Ihnen persönlich und allen Menschen jüdischen Glaubens in unserem Land gegenüber zum Ausdruck bringen“, heißt es in dem Brief an Zentralratspräsident Dieter Graumann. Es sei entlarvend, „wenn Proteste gegen das aktuelle Vorgehen der Armee Israels im Gaza-Streifen mit menschenverachtender Judenfeindschaft verbunden werden“.

Die EKD verurteile jede Form von Antisemitismus und Rassismus aufs schärfste. Eingedenk der unfassbaren Verbrechen im Dritten Reich liege es „jenseits aller Toleranz“, wenn Juden beschimpft und angegriffen würden und ihnen in Hass-Predigten der Tod gewünscht werde.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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