GDL-Chef: Claus Weselsky muss sich auf Machtkampf einstellen

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Claus Weselsky muss sich auf Machtkampf einstellen

Thorsten Weske verlor 2013 seinen Posten als GDL-Vize. Claus Weselsky enthob ihn seines Amtes: Laut Medienbericht hat nun aber das Landgericht Frankfurt den Rausschmiss als unwirksam befunden. Ein Machtkampf steht bevor.
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BerlinIn der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) bahnt sich einem Zeitungsbericht zufolge ein Streit um die Führung an. Der streitbare und umstrittene GDL-Vorsitzende Claus Weselsky müsse sich auf einen internen Machtkampf gefasst machen, nachdem ein Gericht den Rauswurf seines Vizes für ungültig erklärt habe, berichtete die „Welt“ in ihrer Samstagausgabe. Demnach gab das Landgericht Frankfurt einer Klage seines früheren Stellvertreters Thorsten Weske Recht.

Nach Verkündung des Urteils sagte Weske der „Welt“: „Ich bin deshalb weiterhin stellvertretender Bundesvorsitzender der GDL, auch wenn ich an der Ausübung des Amtes durch den derzeit amtierenden geschäftsführenden Vorstand der GDL seit meiner Abberufung gehindert wurde.“

Weske verfolgt in vielen Punkten einen anderen Kurs als Weselsky. Er kritisierte unter anderem die harte Gangart der GDL im derzeitigen Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn.

Laut dem Bericht müssen die beiden Stellvertreter Weselskys, die zu seinen Unterstützern gehören, um ihre Posten fürchten. „Da nach der Satzung der GDL der geschäftsführende Vorstand aus dem Bundesvorsitzenden und nur zwei stellvertretenden Bundesvorsitzenden besteht, kann infolgedessen die Berufung von Norbert Quitter und Lutz Schreiber zu stellvertretenden Bundesvorsitzenden durch den Hauptvorstand der GDL nicht wirksam sein“, sagte Weske.

Unter Weselsky verfolgt die Gewerkschaft einen extrem konfrontativen Kurs mit der Bahn. Um ihre Forderungen durchzusetzen, traten die GDL-Mitglieder in der laufenden Tarifrunde bereits sechs Mal in Streik.

Mitte Februar drohte Weselsky erneut mit einem Ausstand, traf damit aber auf harte Kritik. Ende Februar kamen Vertreter der Bahn und der GDL zu Verhandlungen zusammen, die laut der Bahn „in guter, sachlicher Atmosphäre“ verliefen und nun im März fortgesetzt werden sollen.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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