GDL setzt Bahn unter Druck
Tarifkonflikt um Überstunden im Zugverkehr droht

Die streikfreudigen Lokführer verhandeln bald wieder mit der Deutschen Bahn. Der bei der vergangenen Schlichtung verabredete Abbau von Überstunden geht der Gewerkschaft GDL nicht schnell genug.

Frankfurt, BerlinBei der Deutschen Bahn droht ein Tarifkonflikt mit den streitbaren Lokführern um das Thema der Überstunden. Während die Gewerkschaft GDL eine komplette Neugestaltung des Arbeitszeitsystems verlangt, sieht sich das Unternehmen beim vereinbarten Abbau der Überstundenberge auf einem guten Weg.

Das Unternehmen setze inzwischen mehr als 350 zusätzliche Lokführer ein und biete den Beschäftigten eine Vielzahl von Möglichkeiten, ihre Überstunden abzubauen, erklärte ein Bahn-Sprecherin am Dienstag auf Anfrage. Seit der Lokführer-Schlichtung im Sommer 2015 sei die Zahl der aufgelaufenen Überstunden von 7,5 Millionen Stunden auf 6,2 Millionen gesunken. Es seien auch weniger neue Überstunden hinzugekommen. Der Trend für die rund 170.000 Mitarbeiter mit Arbeitszeitkonten habe sich umgekehrt und man werde weiter daran arbeiten, kündigte die Bahn an.

GDL-Chef Claus Weselsky hatte die Bar-Abgeltung der Überstunden als „Augenwischerei“ bezeichnet. Es fehlten immer noch rund 800 Lokführer. Die Bahn habe ihr Versprechen, die Arbeitsbelastung des Zugpersonals zu senken, nicht eingehalten. Ohne bessere Schichtrhythmen und langfristig planbare Ruhezeiten werde es keine Einigung in den anstehenden Tarifverhandlungen geben, hat der GDL-Chef angekündigt.

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pro 1000 Beschäftigten in ausgewählten Wirtschaftszweigen


Zusätzlich will die Gewerkschaft vier Prozent mehr Geld für das Zugpersonal durchsetzen. Der bestehende Tarifvertrag läuft zum 30. September aus. Vorher will die GDL-Tarifkommission ihre Forderungen inklusive eines neuen Arbeitszeitsystems noch endgültig beschließen.

Die GDL hatte bei der Bahn von September 2014 bis zum Mai 2015 insgesamt neun Warnstreiks und Streiks organisiert, um eigenständige Tarifverträge für das gesamte Zugpersonal zu erzwingen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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