Gebäudesanierung
Handwerk wartet sehnsüchtig auf die Politik

Die Handwerker in Deutschland würden gerne sanieren, was das Zeug hält. Doch sie können nicht. Aus ihrer Sicht liegt das an der Politik, die sich nicht auf die Förderung der Gebäudesanierung einigen könne. Das sei inakzeptabel.
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LübeckDas Deutsche Handwerk hat eine politische Blockade wichtiger Vorhaben beklagt. Das Gesetz mit steuerlichen Anreizen zur Gebäudesanierung stecke seit sechs Monaten im Vermittlungsausschuss von Bundestag und dem SPD-dominierten Bundesrat fest. Das sagte der Generalsekretär vom Zentralverband des Deutschen Handwerks, Holger Schwannecke, den „Lübecker Nachrichten“. Dieser Umstand sei „völlig inakzeptabel“.

Mögliche Aufträge für das Handwerk würden deshalb nicht erteilt, große Chancen für Wertschöpfung und Klimaschutz und Beschäftigung blieben ungenutzt.

Schwannecke warf den SPD-Ländern vor, sie gingen an das Thema „kurzsichtig und rein haushalterisch“ heran. Dabei müssten die Bundesländer im nächsten Jahr lediglich auf 57 Millionen und die Kommunen auf 30 Millionen Euro an Steuereinnahmen verzichten. Trotzdem sei die Gebäudesanierung „kein Zuschuss-, sondern ein Gewinn-Geschäft“ für Bund, Länder und Gemeinden: Jeder Euro an Förderung löse rund neun Euro an privaten Investitionen aus.

Das Gleiche gelte für die Reform der Einkommensteuer und den Abbau der „kalten Progression“. Dieser kleine Schritt zu mehr Steuergerechtigkeit dürfe nicht aus Parteitaktik verhindert werden, verlangte Schwannecke.

Die schwarz-gelbe Bundesregierung war am Freitag mit ihrer ab 2013 geplanten Steuersenkung um jährlich bis zu 6,1 Milliarden Euro vorerst gescheitert. Die von SPD und Grünen geführten Länder fordern zur Gegenfinanzierung unter anderem eine Anhebung des Spitzensteuersatzes für Top-Verdiener von 42 auf 49 Prozent.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Wie sagt noch Sarazin ? EIn kräftiger Woll-Pullover minder die Heizkosten und schont die Umwelt. Da muss ich Ihnen recht geben.

  • Der Umweltwah ist politisch gewollt denn dieLobbyisten in der Polituik wollen Geld verdienen und der kleine Mann soll es per Gesetz bezahlen.
    Ob die Isolierung gut ist oder nicht interessiert nienmand, wichtig ist, der Unternehmer wird bezahlt.
    In den USA reisst man die Kunststoffplatten von den Häusern, weil sie Schimmel und ein kaputtes Haus erzeugen. Der deutsche Michel macht das so weiter wie gehabt.

  • Ich muss Ihnen in einigen Dingen widersprechen. Eine vernünftige Dämmung ist durchaus sinnvoll. Allerdings sollten die gesetzlichen Auflagen auf natürlichen Dämmstoffen bestehen.

    Die derzeitige übertriebene und umweltschädlich Dämmung ist ein Produkt aus guter Lobbyarbeit und schlechter Politik. Dämmstärken von teilweise 20cm sind der absolute Wahnsinn. Dies ließe sich nur dadurch verhindern, würde die Dämmstoffindustrie gezwungen, ihre Isolierungen nach deren Demontage fachgerecht und kostenlos zu recyceln!

    Eine vernünftige Isolierung mit natürlicher Wolle, Schilf, etc. hilft dem Hausbesitzer bzw. Mieter und der Umwelt.

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