Gebührenerhöhung zwischen 0,85 und 0,90 Euro
Rundfunkgebühren steigen geringer als erwartet

Mehrere Ministerpräsidenten wollen am Montag in Berlin bei einem Treffen mit dem ARD-Vorsitzenden Jobst Plog und ZDF-Intendant Markus Schächter einen Kompromiss aushandeln.

HB DÜSSELDORF. Die Gebührenerhöhung für ARD und ZDF fällt offenbar geringer aus als bisher von den Rundfunkanstalten erwartet. "Ich rechne damit, dass die Gebührenerhöhung zwischen 0,85 und 0,90 Euro liegen wird", sagte Rainer Robra, Chef der Staatskanzlei von Sachsen-Anhalt, dem Handelsblatt. Auch in Kreisen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens wird mittlerweile von einer Anhebung der Rundfunkgebühren von unter 90 Cent im Monat ausgegangen. Vor allem Sachsen, aber auch Bayern und Nordrhein- Westfalen dringen weiter auf harte Sparmaßnahmen bei ARD und ZDF und fordern eine deutlich niedrige Gebührenanhebung.

Die unabhängige Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfes(KEF) hatte ursprünglich eine Erhöhung von 1,09 Euro auf monatlich 17,24 Euro ab 1. Januar 2005 empfohlen. Diese Summe galt bereits vor Monaten als utopisch. Zuletzt war von einer Erhöhung von knapp unter einem Euro ausgegangen worden. Zudem wird eine Anhebung der Rundfunkgebühren erst zum 1. April 2005 erwartet. Allein für das ZDF bedeutet die zeitliche Verzögerung Einbußen von rund 45 Mill. Euro. Die ARD rechnet sogar mit einem Betrag von 65 Mill. Euro.

Mehrere Ministerpräsidenten wollen am Montag in Berlin bei einem Treffen mit dem ARD-Vorsitzenden Jobst Plog und ZDF-Intendant Markus Schächter einen Kompromiss aushandeln. Plog hatte am Mittwoch kritisiert, eine Mehrheit der Länderchefs wolle offenbar erstmals von einer Ausnahmeregelung Gebrauch machen und der an sich verbindlichen Empfehlung der Kommission nicht folgen. Er sprach von einer „panikartigen Einladung“ zu dem Treffen in Berlin.

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