Geburtstag
Waigel spricht von Hundejahren als Finanzminister

Der frühere Bundesfinanzminister Theo Waigel sieht seine Jahre in der Bundesregierung als „Hundejahre“. Im Rückblick zeigte er sich aber zufrieden. Mit Blick auf die Wirtschaftskrise zeigte sich Waigel optimistisch, was die weitere Entwicklung betrifft.

HB MÜNCHEN. Einen Tag vor seinem 70. Geburtstag am (morgigen) Mittwoch sagte der CSU-Politiker im Radiosender Bayern 1 über seine neunjährige Amtszeit als Bundesfinanzminister: „Sie müssen jedes Jahr mit sieben multiplizieren, weil jedes Jahr ein Hundejahr war, und damit komme ich allein schon auf fast 70 Jahre als Bundesfinanzminister.“

Im Rückblick zeigte er sich aber zufrieden. „30 Jahre Bundestag, fast zehn Jahre Finanzminister, über zehn Jahre Vorsitzender der CSU - das war eine tolle, erfüllte Zeit“, erklärte Waigel, der jetzt als Rechtsanwalt arbeitet.

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer gratulierte Waigel zum Geburtstag und hob hervor, dieser habe ihm Anfang der 80er Jahre geholfen, die ersten Schritte auf bundespolitischem Parkett zu gehen. Der CSU-Vorsitzende würdigte Waigel als herausragenden Finanzpolitiker und Staatsmann. „Mit Fug und Recht gilt er als Erfinder des Euro, denn bei der Geburtsstunde der gemeinsamen Währung und der Schaffung der Europäischen Zentralbank war er die treibende Kraft“, sagte Seehofer.

Waigel selbst sieht den Euro in der Wirtschaftskrise als Stabilitätsfaktor. „Wo wären wir gelandet, wenn wir in Europa nicht den Euro in den letzten eineinhalb oder zwei Jahren gehabt hätten? Wir wären in den Finanzturbulenzen zerschellt“, sagte er in dem Radiointerview. Auch Angst vor einer Inflation habe er nicht. Persönlich habe ihm die Krise bisher keine Verluste beschert. „Ich kann nur für mich sagen, dass ich durch die Krise nicht einen Cent verloren habe.“

Trotz Wirtschaftskrise sieht der frühere Bundesfinanzminister nicht schwarz für die Bundesrepublik. „Ich glaube, wir sind auf der Talsohle angelangt und haben die Chance, in der zweiten Hälfte dieses Jahres oder Ende des Jahres wieder nach oben zu kommen - wobei natürlich niemand weiß, wie steil dann der Anstiegswinkel ist.“

Waigel, der auf dem nächsten Parteitag zum zweiten CSU-Ehrenvorsitzenden neben Edmund Stoiber gewählt werden soll, kritisierte die Europa-Skepsis mancher CSU-Politiker. „Was mich etwas stört ist, dass gerade in jungen Kreisen der CSU, mit Ausnahme der Europa-Abgeordneten, sich eine Europa-Skepsis verbreitet.“

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