Gedenkfeiern zum D-Day
Fischer über Unions-Kritik an Schröder empört

Als «unsäglich» hat Außenminister Fischer die Forderung der Union bezeichnet, Kanzler Schröder solle in Frankreich einen Friedhof mit Tausenden begrabenen SS-Mitgliedern besuchen.

HB BERLIN. Außenminister Joschka Fischer hat empört auf die Kritik der Union an Bundeskanzler Gerhard Schröder reagiert. Die hatte den Regierungschef wegen dessen Teilnahme an den Gedenkfeiern in der Normandie zum so genannte D-Day reagiert. In München, wo Fischer wegen einer Wahlveranstaltung war, nannte es der Grünen-Politiker am Samstag unsäglich, dass Schröder laut «Bild» zum Besuch auf dem deutschen Soldatenfriedhof von La Cambe aufgefordert worden sei. «Ganz offensichtlich solle hier die historische Geste des französischen Präsidenten und Volkes entwertet werden,» sagte Fischer.

Er fügte hinzu, der Bundeskanzler ehre die deutschen Toten, aber «nicht die, die sich schwerste Verbrechen haben zu Schulden kommen lassen». Auf dem Friedhof La Cambe liegen mehr als 21.000 deutsche Soldaten, darunter mehr als 5000 Soldaten der Waffen-SS und hohe Offiziere, die an dem Massaker der Waffen-SS in dem französischen Ort Oradour-sur-Glane am 10. Juni 1944 beteiligt waren.

Schröder will stattdessen einen Friedhof besuchen, auf dem Tote aus acht Nationen, auch Alliierte, und mehr als 300 deutsche Soldaten liegen.

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