Gefragte Beratung
Steuerberater wollen Mittelständlern beistehen

Im Mittelstand geht die Angst um: Kaum ein Unternehmer kann abschätzen, welche Folgen die Finanzkrise für sein Unternehmen hat. Von der Unsicherheit profitieren auch die Steuerberater. Sie sind in der Krise so gefragt wie lange nicht mehr. Die Branche blickt optimistisch ins kommende Geschäftsjahr.

BONN. Die rund 80 000 Steuerberater in Deutschland können vorsichtig optimistisch in das Jahr 2009 blicken: „Wenn die Wirtschaft kriselt, steigt automatisch der Beratungsbedarf in den Unternehmen“, sagt Jürgen Pinne, Präsident des Deutschen Steuerberaterverbands dem Handelsblatt. Als „Krisengewinnler“ wollte Pinne seinen Berufsstand auf dem 31. Steuerberatertag in Bonn allerdings nicht bezeichnen. Den Steuerberatern liege viel daran, dass vor allem der Mittelstand als treuester Kunde der Branche so unbeschadet wie möglich aus der Finanzkrise herauskomme, sagt Pinne.

Rund 1 000 Steuerberater, Richter, Wissenschaftler und Finanzbeamte sind zum dreitägigen Steuerberaterkongress nach Bonn gekommen, der heute endet. Die Finanzkrise und ihre Auswirkungen auf die Realwirtschaft spielt beim Blick ins Tagungsprogramm auf den ersten Blick dabei eine untergeordnete Rolle. Die Themen, die die Steuerberater vor allem interessieren, lauten Erbschaftsteuer, Steuervereinfachung oder GmbH-Reform. Alles Reformprojekte, die sich laut Verbandspräsident Pinne aber kurz- und mittelfristig genauso einschneidend auf den Mittelstand auswirken wie die Finanzkrise selbst – und auch ohne Krise für genug Arbeit in den Steuerkanzleien sorgen.

Statistisch gesehen, geht es den Steuerberatern etwa im Vergleich zu den Anwälten sehr gut, auch wenn der Konkurrenzdruck steigt. Doch während die Zahl der Steuerberater in den vergangenen Jahren nur leicht gestiegen ist, explodierte gleichzeitig die Zahl der Rechtsanwälte. Heute buhlen schon 146 000 Rechtsvertreter um Mandanten. Auch beim Gehalt liegen die Steuerberater klar vorn. Branchenexperten schätzen, dass eine Kanzlei im Schnitt 350 000 Euro Umsatz im Jahr macht. Von solchen Summen können die meisten Anwälte nur träumen.

Für die wirtschaftlichen Konsequenzen aus der Finanzkrise fühlt sich die Branche gut gerüstet. „Die Banken werden vor allem die Steuerberater mit ins Boot holen, wenn es bei Unternehmen angesichts der Finanzkrise zu Liquiditätsengpässen kommt“, prognostiziert Pinne. Es gebe den Fachberater für Rating, Sanierung oder Insolvenzverwaltung, die vor allem in Krisenzeiten zum Zug kämen, um den Firmen wieder auf die Beine zu helfen.

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