Gegenkonzept zur Zuschussrente
Junge Abgeordnete mit eigenen Rentenideen

Gegenkonzept zur Zuschussrente von Arbeitsministerin von der Leyen: Eine Gruppe junger Abgeordneter aus Union und FDP will, dass private Vorsorge sich auch für Geringverdiener lohnt. Doch auch daran gibt es Kritik.
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MünchenIm Koalitionsstreit um die von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) angestrebte Zuschussrente haben 14 junge Abgeordnete von Union und FDP ein Alternativkonzept vorgelegt. Ziel des Vorstoßes ist, private Vorsorge für Geringverdiener attraktiver zu machen. „Wer privat vorgesorgt hat, der muss im Alter mehr Einkommen haben als die Grundsicherung und mehr als derjenige, der nicht vorgesorgt hat“, heißt es in dem am Dienstag in Berlin bekanntgewordenen Papier. Im Bundesarbeitsministerium stieß das Modell auf Vorbehalte, die FDP befürwortete es.

„Das Problem drohender Altersarmut darf nicht mit einem Griff in die Kasse der Beitragszahler gelöst werden, das ginge zulasten der Jüngeren“, sagte Carsten Linnemann. Der CDU-Politiker gehört mit Philipp Mißfelder, Jens Spahn (alle CDU) und Johannes Vogelsang (FDP) zu den Initiatoren. „Wir brauchen vielmehr einen anrechnungsfreien Freibetrag für private Vorsorge in der Grundsicherung.“

Konkret sollen mindestens 100 Euro im Monat unangetastet bleiben. Bisher ist jede Vorsorge voll mit der Grundsicherung von im Schnitt 688 Euro zu verrechnen. Damit wurden Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ (Dienstag) bestätigt.

„Von dem Freibetrag profitieren alle, die aus welchen Gründen und Widrigkeiten auch immer kein Alterseinkommen oberhalb der Grundsicherung erreichen konnten“, schreiben die Abgeordneten. Die Lösung im System der Grundsicherung sei zudem rein steuerfinanziert.

Dagegen sieht die in der Koalition umstrittene Zuschussrente von der Leyens vor, die Grundsicherung für langjährige Beitragszahler auf maximal 850 Euro aufzustocken, wenn sie privat vorgesorgt haben. Finanziert werden soll dies aus einem Mix aus Beitragsgeld und Steuern. Riester- und Betriebsrenten sollen unbegrenzt anrechnungsfrei bleiben. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bereits Änderungen in Aussicht gestellt.

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  • Mißfelder. Seine einzige eigene "Lebensleistung" ist ein 10 Jahre langes Rumstudieren. Noch nie in seinem Lebe hat der auch nur einen Tag gearbeitet.
    Also von der Uni in den Bundestag, weil man da so gut versorgt ist
    Spahn. Gelernter Bankkaufmann, nach der Lehre mal gerade 1 Jahr gearbeitet, dann in die Politik, weil man da ja mehr verdient und bestens abgesichert ist. Heute spielt er gesundheitspolit. Sprecher, hat aber vom System Null Ahnung.
    So langsam kriege ich die Krätze, wenn mir solche Dilettanten sagen wollen, wie das Leben funktioniert. Und genau dieses Problem haben wir in der gesaten Politik
    Lebensfern wissen sie überhaupt nicht, was los ist

  • @Rumpelstilzchen, Privatier, Arn
    vollkommen richtig.

    Sowohl vdL als auch diese jungen haben offensichtlich nichts verstanden oder, was noch schlimmer ist, wollen es nicht verstehen. Wer wie vdL in sehr gesicherten Verhältnissen lebt ...
    Mich wundert es oft, wie solche Leuten, die ja angeblich hochgebildet sind, so einen Quatsch absondern können.

    Wenn man die Sache mal richtig betrachtet, geht es doch nur um die Frage, wer zahlt.
    Rechte Tasche oder linke Tasche, aus welchem Topf kommt das Geld.

    Für alles zahlt der Bürger, ob über Steuern oder Abgaben oder Beiträge zu den sogenannten Versicherungen.

    Fairer wäre es m.M. nach, eine Grundsicherung für alle, die über Steuern finanziert wird.
    Ein Rentenversicherungspflicht für alle (einschl. Politiker, Beamte, Selbständige), die diese Grundsicherung erhöht, je nach Einzahlungshöhe und Dauer. Der Beitrag dürfte damit unter der jetzigen Höhe liegen.
    Eine freiwillige Ergänzungsversicherung, wenn man noch mehr vorsorgen will.

    Nur ehe unsere Politiker kapieren, dass die Zeit knapp wird (siehe Nobbi: die Rente ist sicher sprich: meine Rente, die ich bekomme, nur die Höhe eurer Rente steht in den Sternen), ist es zu spät.

  • Ja genau!Schafft die Beitragsbemessungsgrenze ab!!!!!!!!!
    Und zwar für alle!
    Zusätzlich noch 50% Sozialabgaben auf Kapitalerträge und das sollte reichen!
    Das wäre mal sozial!

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