Gegenkonzept zur Zuschussrente

Junge Abgeordnete haben Rentenidee

Gegenkonzept zur Zuschussrente von Arbeitsministerin von der Leyen: Eine Gruppe junger Abgeordneter aus Union und FDP will, dass private Vorsorge sich auch für Geringverdiener lohnt. Doch auch daran gibt es Kritik.
Update: 02.10.2012 - 16:09 Uhr 11 Kommentare
Junge Abgeordnete fordern, dass sich private Vorsorge bei der Rente auch für Geringverdiener lohnen muss. Quelle: dpa

Junge Abgeordnete fordern, dass sich private Vorsorge bei der Rente auch für Geringverdiener lohnen muss.

(Foto: dpa)

MünchenIm Koalitionsstreit um die von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) angestrebte Zuschussrente haben 14 junge Abgeordnete von Union und FDP ein Alternativkonzept vorgelegt. Ziel des Vorstoßes ist, private Vorsorge für Geringverdiener attraktiver zu machen. „Wer privat vorgesorgt hat, der muss im Alter mehr Einkommen haben als die Grundsicherung und mehr als derjenige, der nicht vorgesorgt hat“, heißt es in dem am Dienstag in Berlin bekanntgewordenen Papier. Im Bundesarbeitsministerium stieß das Modell auf Vorbehalte, die FDP befürwortete es.

„Das Problem drohender Altersarmut darf nicht mit einem Griff in die Kasse der Beitragszahler gelöst werden, das ginge zulasten der Jüngeren“, sagte Carsten Linnemann. Der CDU-Politiker gehört mit Philipp Mißfelder, Jens Spahn (alle CDU) und Johannes Vogelsang (FDP) zu den Initiatoren. „Wir brauchen vielmehr einen anrechnungsfreien Freibetrag für private Vorsorge in der Grundsicherung.“

Konkret sollen mindestens 100 Euro im Monat unangetastet bleiben. Bisher ist jede Vorsorge voll mit der Grundsicherung von im Schnitt 688 Euro zu verrechnen. Damit wurden Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ (Dienstag) bestätigt.

„Von dem Freibetrag profitieren alle, die aus welchen Gründen und Widrigkeiten auch immer kein Alterseinkommen oberhalb der Grundsicherung erreichen konnten“, schreiben die Abgeordneten. Die Lösung im System der Grundsicherung sei zudem rein steuerfinanziert.

Dagegen sieht die in der Koalition umstrittene Zuschussrente von der Leyens vor, die Grundsicherung für langjährige Beitragszahler auf maximal 850 Euro aufzustocken, wenn sie privat vorgesorgt haben. Finanziert werden soll dies aus einem Mix aus Beitragsgeld und Steuern. Riester- und Betriebsrenten sollen unbegrenzt anrechnungsfrei bleiben. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bereits Änderungen in Aussicht gestellt.

Konzept ist „zu einseitig“
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11 Kommentare zu "Gegenkonzept zur Zuschussrente: Junge Abgeordnete mit eigenen Rentenideen"

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  • Mißfelder. Seine einzige eigene "Lebensleistung" ist ein 10 Jahre langes Rumstudieren. Noch nie in seinem Lebe hat der auch nur einen Tag gearbeitet.
    Also von der Uni in den Bundestag, weil man da so gut versorgt ist
    Spahn. Gelernter Bankkaufmann, nach der Lehre mal gerade 1 Jahr gearbeitet, dann in die Politik, weil man da ja mehr verdient und bestens abgesichert ist. Heute spielt er gesundheitspolit. Sprecher, hat aber vom System Null Ahnung.
    So langsam kriege ich die Krätze, wenn mir solche Dilettanten sagen wollen, wie das Leben funktioniert. Und genau dieses Problem haben wir in der gesaten Politik
    Lebensfern wissen sie überhaupt nicht, was los ist

  • @Rumpelstilzchen, Privatier, Arn
    vollkommen richtig.

    Sowohl vdL als auch diese jungen haben offensichtlich nichts verstanden oder, was noch schlimmer ist, wollen es nicht verstehen. Wer wie vdL in sehr gesicherten Verhältnissen lebt ...
    Mich wundert es oft, wie solche Leuten, die ja angeblich hochgebildet sind, so einen Quatsch absondern können.

    Wenn man die Sache mal richtig betrachtet, geht es doch nur um die Frage, wer zahlt.
    Rechte Tasche oder linke Tasche, aus welchem Topf kommt das Geld.

    Für alles zahlt der Bürger, ob über Steuern oder Abgaben oder Beiträge zu den sogenannten Versicherungen.

    Fairer wäre es m.M. nach, eine Grundsicherung für alle, die über Steuern finanziert wird.
    Ein Rentenversicherungspflicht für alle (einschl. Politiker, Beamte, Selbständige), die diese Grundsicherung erhöht, je nach Einzahlungshöhe und Dauer. Der Beitrag dürfte damit unter der jetzigen Höhe liegen.
    Eine freiwillige Ergänzungsversicherung, wenn man noch mehr vorsorgen will.

    Nur ehe unsere Politiker kapieren, dass die Zeit knapp wird (siehe Nobbi: die Rente ist sicher sprich: meine Rente, die ich bekomme, nur die Höhe eurer Rente steht in den Sternen), ist es zu spät.

  • Ja genau!Schafft die Beitragsbemessungsgrenze ab!!!!!!!!!
    Und zwar für alle!
    Zusätzlich noch 50% Sozialabgaben auf Kapitalerträge und das sollte reichen!
    Das wäre mal sozial!

  • ich habe auch eine Rentenidee:

    ALLE die ein Einkommen haben, sollen davon einzahlen, ohne Beitragsbemessungsgrenze, auch die Damen und Herren Abgeordnete, die stets so schlaue Ideen haben.
    Dann paßt schon !

  • Im Kern geht es um eines:

    Unser Geld!

    Bei der gesetzlichen Rente wurde massiv gespart:

    Beispiel:

    1) Riester- und demographischer Faktor,
    2) Ausbildungszeiten werde nicht mehr anerkannt,
    3) Berufsunfähigkeitsschutz aufgeweicht,
    4) Witwenrenten für Ehen ab 2002 massiv gekürzt

    (was viele nicht wissen)

    sowie

    5) Neu-Renten werden besteuert.

    Die Summe macht’s!!!

    Das ging zu Lasten der derzeit arbeitenden Bevölkerung.

    Politisch gewollt.

    Die Politiker wollen gewählt werden und machen den Rentner Geschenke. Zahlen soll – irgendwann und später – die arbeitende Bevölkerung.

    Nur zur Erinnerung: Bis 1957/58 mussten die Rentner von den Zinsen/Ertägen der angesammelten Rentenbeiträge leben. Das wurde dann umgestellt. Um eine Wahl zu gewinnen.

    Seit 1990 Rolle rückwärts: Die arbeitende Generation soll für die Rentner zahlen und noch zusätzlich privat vorsorgen. Und noch die Staatsschulden bedienen. Und noch via Krankenkassen die Ältern subventionieren. Und noch die Pensionen schultern. Und noch die Pflege bezahlen. Und noch für Griechenland?

    Das Ergebnis ist: Kein Geld mehr für echte Zukunfts-Investitionen. Die Spirale dreht sich…..

    Ohne die Rentner kein Wahlsieg. Ohne ordentliche Renten keine Stimme. Bald haben wir mehr Rentner als Arbeiter…

    Verzichten: Ja, aber bitte nicht bei mir. Beim Nachbarn, gerne….


  • absolut richtig, bin einiziger Verdiener im Haushalt und muß mit dem Geld 4 personen ernähren. Dazu kommen auch zusatzversicherungen, für mich und frau. Allein der Deutschlandurlaub der eine woche lang war, muß ich jetzt 1 Jahr arbeiten um wieder auf ne schwarze Null zu kommen.

  • @Rumpelstilzchen
    Volle Zustimmung. Wer nicht mehr als 1200.- Euro netto im Monat hat, sollte sich gar kein Auto zulegen. Dies ist der Anfang in die Verschuldungsfalle. Da dieser Personenkreis keinerlei Rücklagen bilden kann, fällt bei der erste größere Reparatur des, i.d.R älteren Gefährts, ein Kredit an. Dieser kann nie zurückgezahlt werden, da ja schon vorher vom Lohn "null" übrig blieb. Die kommende Privatinsolvenz, in den nächsten Jahren, ist somit, ohne unerwarteten Geldsegen, unausweichlich.
    Wie solche Leute nennenswert fürs Alter vorsorgen sollen bleibt mir ein Rätsel. Die gesamten Zuschüsse bleiben bei den Versicherungsgesellschaften hängen. Der Eigenanteil sind Peanuts.
    Einige Lösung steuerfinanzierte Grundrente für Alle bzw. schweizer Modell!

  • "Die Höhe der Grundsicherung liegt im Schnitt bei 688 Euro."

    Jou, als Leiharbeiter im öffentlichen Dienst (beschränkt auf 20 Wochenstunden), komme ich mit "Überstunden" auf knapp 800 Euro netto. Nebenjob geht nicht, weil ich bei Bedarf 10 Stunden pro Tag arbeiten soll. Aber auch auf die Grundsicherung werde ich in 15 Jahren (mit 67) keinen Zugriff haben, weil ich einen Lebenspartner habe, der mehr bekommt als ich. In diesem Land wird jeder individuell behandelt, wenn er zahlen muss. Will er Leistung sehen, ist es aus mit Individuum.

    ÜBERBEZAHLTE DRECKSÄCKE!!!

  • Wie viel muß ein Geringverdiner monatlich einzahlen um überhaupt auf 100 €uro Privatrente Anspruch zu haben.
    Die meisten Politiker haben doch keine Ahnung wie ein Geringverdiener bei den hohen Mieten, Nebenkosten und anderen Zuzahlungen vorsorgen soll. Wenn jemand bis 67 nicht mehr Vollzeit arbeiten kann, der soll dazuverdienen!!! Volle Unterstützung für weitere Ausbreitung der Hungerlöhne von 5-6 €uro.

  • Die Politik muss doch irgendwann mal kapieren, dass ein Geringverdiener mit sagen wir mal 1200 € netto im Monat, nach seinen Ausgaben für Miete - besonders in Ballungsgebieten-, für Lebenunterhalt und ggf. für ein altes Auto (Arbeitsplätze sind ja oft mit öffentlichen Verkehrmitteln nicht mehr zu erreichen, z.B. bei Nachtschichten) keinen Cent mehr für seine Altersvorsorge mehr übrig hat!!! Den bringt ja schon eine KfZ-Reparatur oder ein kaputter Kühlschrank in Geldnöte. Die Leute, die ein derart blödsinnges Geschwafel vortragen, sollen mal im Selbstversuch probieren, von 1200 € im Monat z.B in Frankfurt oder in München zu leben!!!

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