Gegenmaßnahmen angelaufen
Vogelgrippe-Alarm in vier Bundesländern

Die Vogelgrippe breitet sich in Deutschland weiter aus. Mit zwei Fällen bei Wildvögeln in Brandenburg sind nunmehr vier Bundesländer betroffen: Neben Brandenburg sind dies Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und vor allem Mecklenburg-Vorpommern. Die Helfer arbeiten auf Hochtouren, um Schlimmeres zu verhindern.

HB POTSDAM/PARIS/PEKING. Nach dem Ausbruch der Vogelgrippe in der Uckermark sind die Seuchenschutzmaßnahmen in Brandenburg angelaufen. Am Samstag war bekannt geworden, dass das Virus H5N1 bei zwei toten Wildvögeln im Raum Schwedt im Norden des Bundeslandes nachgewiesen wurde. An den Eingängen zu einer Raffinerie, wo eine infizierte Wildente gelegen hatte, seien erste Seuchenmatten ausgelegt worden, sagte Kreissprecherin Ramona Neumann am Sonntag.

Bei den im Sperrbezirk liegenden Geflügelhaltern werden die Tiere untersucht. „Wenn der Verdacht besteht, dass Nutztiere in Kontakt mit infizierten Wildvögeln gekommen sind, dann wird gekeult“, kündigte Agrarminister Dietmar Woidke (SPD) an. „Wir richten uns darauf ein, dass wir es mit einem Marathonlauf und nicht mit einem 100-Meter-Lauf zu tun haben werden.“ Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) will sich am Sonntag im Raum Schwedt ein Bild von der Lage machen.

Bei einer Tafelente, die bei Überlingen am Bodensee (Baden-Württemberg) gefunden wurde, wurde ebenfalls die aggressive Variante H5N1/Asia entdeckt. Der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) ordnete eine strenge Quarantäne für das Nutzgeflügel in der Region an. Dies gelte für einen 10 Kilometer breiten Streifen entlang des Ufers, sagte Hauk. Helfer fanden bei einer erneuten Suche nach Kadavern im Bodenseekreis 30 tote Vögel. Diese werden nun untersucht. „Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass wir noch weitere Tiere finden werden“, sagte Hauk.

Bislang war das Vogelgrippe-Virus bei mehr als 100 Wildvögeln vor allem auf der Ostseeinsel Rügen aufgetreten, einige Tiere verendeten daran auch in Schleswig-Holstein. Nach Angaben des Friedrich-Loeffler- Instituts wurde H5N1 bei einer Möwe und einem Bussard auf Rügen und einem bei Prerow (Nordvorpommern) gefundenen Singschwan entdeckt. Damit stieg die Zahl der infizierten Tiere allein in Mecklenburg- Vorpommern auf 114.

Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) kündigte bei einem Besuch auf Rügen weitere Hilfe der Bundeswehr im Kampf gegen die Vogelgrippe an. Es werde geprüft, ob Pioniere und Pontons für das Einsammeln von Vogelkadavern auf den brüchigen Eisflächen der Boddengewässer zur Verfügung gestellt werden können. Auf Rügen wurden laut Landesagrarminister Till Backhaus (SPD) seit dem Ausbruch der Seuche insgesamt 2800 Kadaver geborgen. Jedoch nur die wenigsten trugen auch das für den Menschen gefährliche Virus in sich.

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