Deutschland
Gegenseitige Skepsis vor Sondierung von Union und Grünen

Unmittelbar vor dem ersten Sondierungsgespräch zwischen Union und Grünen haben führende Vertreter von FDP und Grünen die Chancen für eine so genannte schwarze Ampel erneut als äußerst gering eingeschätzt.

HB BERLIN. Es gebe zwischen den beteiligten Parteien inhaltlich zu große Unterschiede sagten FDP-Fraktionschef Wolfgang Gerhardt und der Grünen-Vorsitzende Reinhard Bütikofer der Tageszeitung "Die Welt" vom Freitag. "Ich schätze die Chancen für eine schwarze Ampel sehr zurückhaltend ein", sagte Gerhardt. Man sollte diese Möglichkeit aber prüfen.

Auch die Grünen-Chefs Claudia Roth und Reinhard Bütikofer, die das Gespräch mit der Union führen werden, rechnen nicht damit, dass es tatsächlich zu schwarz-grünen Koalitionsverhandlungen kommen wird. "Wir haben nicht gegen Schwarz-Gelb gekämpft, um jetzt alles zu vergessen", sagte Roth dem "Münchner Merkur". Bütikofer warnte in der "Welt", wenn die Grünen sich zum "Hilfsmotor" von Union und FDP degradieren ließen, wären sie "politisch tot".

Die grüne Verbraucherministerin Renate Künast sagte der "Leipziger Volkszeitung": "Bei uns geht Inhalt vor Macht. Und die Inhalte stimmen bei Schwarz und Grün nicht überein." Ähnlich äußerte sich der Wahlkampfchef der Grünen, Fritz Kuhn, in den "Stuttgarter Nachrichten": "Jamaika ist eine Koalition, die meines Erachtens nicht geht."

Die erste Runde der Sondierungsgespräche der Parteien wird am Freitag in Berlin abgeschlossen. Die Vorsitzenden von CDU und CSU, Angela Merkel und Edmund Stoiber, kommen mit der Spitze der Grünen zusammen. Trotz allseitiger Skepsis war in den vergangenen Tagen intensiv über ein "Jamaika"-Bündnis zwischen Union, FDP und der Öko-Partei diskutiert worden. Die drei Parteien könnten eine der rechnerisch möglichen Koalitionen nach der Bundestagswahl bilden.

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