Geldpolitik
Merkel attackiert die USA und lobt China

Die Dollarschwemme der USA droht zum internationalen Dauerzankapfel zu werden. Kurz vor Beginn des G20-Gipfels in Südkorea machte Bundeskanzlerin Angela Merkel klar, wie sie zur lockeren Geldpolitik der USA steht. Sie nahm dabei kein Blatt vor den Mund und zeigte in deutlichen Worten die Risiken für die Weltwirtschaft auf.
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HB BERLIN. Deutschland setzt darauf, dass sich die EU bei dem G20-Treffen in Seoul mit zentralen Forderungen durchsetzen wird. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble betonten am Mittwoch unmittelbar vor ihrem Abflug, dass sie auf eine Einigung im Streit um weltweite Ungleichgewichten bei Währungen und Exporten setzten - und die EU gute Chancen habe, sich mit ihren Positionen durchzusetzen, weil sie mit einer Stimme spreche.

Die Gipfelvorbereitung war zuvor von einem heftigen Schlagabtausch über die richtigen Wege aus der Wirtschaftskrise überschattet worden. Während die USA eine expansive Geldpolitik betreibt, kritisierte die US-Regierung zugleich die hohen Exportüberschüsse etwa Deutschlands und die chinesische Politik, den Yuan künstlich niedrig zu halten. Merkel warnte, dass die Antworten der großen Volkswirtschaften, wann die Exitstrategie beginnen müsse, nicht zu unterschiedlich ausfallen dürfte. Dahinter steckt die massive Kritik etwa der Europäer, aber auch vieler Schwellenländer an neuen massiven Konjunkturimpulsen der US-Regierung.

„Kein Mensch kann Interesse an neuen Blasen haben“, sagte Merkel, ohne die USA direkt zu nennen. „Wachstum in der Weltwirtschaft muss nachhaltiger und dauerhafter sein als vor einigen Jahren.“ Schäuble betonte, man wolle den USA angesichts ihrer schwierigen wirtschaftlichen Lage helfen. „Wir haben Interesse an einem starken Amerika.“ Aber dies sei keine Einbahnstraße. Er erinnerte daran, dass sich die EU auch auf dem G20-Gipfel in Toronto damals mit ihrer Haltung durchgesetzt habe, die krisenbedingten Defizite bis 2013 wieder zu halbieren. „Jetzt zeigt sich, dass Deutschland (dennoch) eher Wachstumslokomotive als -bremse ist.“

Merkel machte zugleich deutlich, wo für Deutschland in der Debatte in Seoul die roten Linien sein werden. „Wir lehnen quantifizierte Bandbreite für akzeptable Ungleichgewichte ab“, sagte sie mit Blick auf die US-Kritik an zu hohen deutschen Exportüberschüssen. Die unterschiedliche Wettbewerbsfähigkeit von Staaten müsse sich auch weiterhin über die Exportraten ausdrücken können.

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  • Liebe Frau Merkel,

    Mit dieser Aussage bestätigen Sie, dass Sie offensichlich etwas noch nicht ganz verstanden haben. Die Welt ist leider bEREiTS voller blasen in ungeahntem Ausmass.

    Den USA gehts mit der Qe2 offenbar darum, behutsam überall Luft herauszulassen und vorallem China unter Druck zu setzen und sich mit dem Yuan in die Marktwirtschaft vorzuwagen.

    Die eigentliche Ursache für die vergangenen Krisen und heutigen blasen liegt in der Vergewaltigung der Märkte, der Yuan-Manipulation. Ohne 10 jährige Markt-Prostitution der Chinesen müsste beispielsweise aufgrund der Handelsströme EU/China der EUR/Yuan Kurs eher bei 3 - 4 Yuan liegen als zwischen 8 - 11 Yuan. China - WTO 2001 1 EUR ca. 6 Yuan. Was da in den letzten 10 Jahren für Entscheidungen getroffen wurden aufgrund "falscher" manipulierter Fakten. die in der echten Welt sonst nie getroffen worden wären. Mehr oder weniger ist leider die ganze Erdkugel damit kontaminiert.

    ich wünsche ihnen viel Glück, richtig zu entscheiden. Ein falscher oder kein Entscheid, und die blasen zerplatzen - der US-Senat hat keine Geduld mehr mit den Chinesen nach 10 Jahren. Uebrigens jeder Tag der vergeht ohne das Rausmisten der Marktmanipulationen, vergrössert die heutige blasenbildung.

  • Nanu......macht sich die verlogene, korrupte US Vasallin nun in den Hosenanzug ?
    Die korrupte möchtegerne Elite welche die Welt versklaven möchte bekommt nun selber mächtig Druck.
    China in Verbindung mit den White Dragons und anderen, reissen nun das Ruder herum. Wer nicht für ein friedliches und nicht korruptes Miteinander ist, wird ausgestossen - Tod nicht ausgeschlossen !!!!

  • Es ist völlig klar, daß eine Erz-Kommunistin China lobt und die Demokraten zwangsläufig nicht.
    Auch stinken mir die ständigen Vergleiche mit den USA.
    Deutschland ist gegenüber den USA nichts weiter als eine rohstoffarme Lehm- und Sandkuhle, der die besten Leute davonlaufen. Kein vernünftiger Mensch setzt hier noch Kinder in die Welt. Hätten die eine annehmbare Zukunft?
    Die Amerikaner können bei ihrer bevölkerungsdichte Land besiedeln, noch und nöcher. Aber doch nicht Deutschland. Hier entstehen zwangsläufig Schwierigkeiten noch irgend eine Trasse unterzubringen.
    ich dachte immer, Deutschland ist ein Land der Autobauer. Aber die machen sich klammheimlich vom Acker. Mit der Eisenbahn geht es 150 Jahre zurück!
    Wo haben wir denn hier noch einen sozialen Fortschritt?
    Zeugt es von Patriotismus, wenn in der Schweiz erfolgreich über die weitere Annonymität von Schwarzgeldkonten verhandelt wurde? Nein! Deutschland ist von diesen Leuten bereits aufgegeben und hat nur noch die Aufgabe, Freilichtmusem zu sein!

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