Geldpolitiker
EZB fordert Steuersenkungen in Deutschland

„Investitionen fördern und die Steuerbelastung der Arbeitnehmer reduzieren“: Der aktuelle und der ehemalige EZB-Direktor wenden sich in einem Schreiben an die Bundesregierung. Sie fordern eine Entlastung der Bürger.
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FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) hat die Bundesregierung aufgefordert, die deutschen Arbeitnehmer durch eine Steuersenkung zu entlasten und damit die Konjunktur in der Eurozone insgesamt zu beleben. Deutschland könne „seine vorhandenen Spielräume nutzen, um Investitionen zu fördern und die Steuerbelastung der Arbeitnehmer zu reduzieren“, schreibt EZB-Direktor Benoit Coeuré in einem Gastbeitrag für die „Berliner Zeitung“ (Freitag).

Den Text verfasste der Geldpolitiker gemeinsam mit Jörg Asmussen (SPD), früher ebenfalls EZB-Direktor und heute Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium. Darin werben die beiden Finanzexperten dafür, Steuersenkungen in Deutschland als einen Beitrag zur Überwindung der Euro-Krise zu begreifen. „Das würde die Nachhaltigkeit der Staatsfinanzen nicht gefährden und das Land fit für die kommenden Herausforderungen machen.“

Die Europäische Zentralbank könne die Probleme des Euroraumes nicht allein lösen, schreiben Coeuré und Asmussen. „Was Europa jetzt braucht, ist eine umfassende Strategie, die die Schwächen auf der Angebots- und auf der Nachfrageseite in den einzelnen Ländern angeht, und zwar mithilfe einer soliden Mischung aus geldpolitischen, haushaltspolitischen und strukturellen Maßnahmen.“ Asmussen, bis Ende 2013 der deutscher Vertreter im mächtigen sechsköpfigen Direktorium der Notenbank, drücke in dem Gastbeitrag seine persönliche Meinung und nicht die der Bundesregierung aus.

Agentur
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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Geldpolitiker: EZB fordert Steuersenkungen in Deutschland"

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  • Merkel, Schäuble und andere Politiker sind strikt gegen Steuersenkungen. Soe wollen nur Erhöhungen, da sie dann ihre Diäten weiter steigern können!

  • „Das würde die Nachhaltigkeit der Staatsfinanzen nicht gefährden und das Land fit für die kommenden Herausforderungen machen.“

    Und um welche kommenden Herausforderungen handelt es sich hier? Was genau hat man im Sinn? Oder handelt es sich hier nur um substanzloses Gequatsche?

    Wieso würde es eigentlich die Nachhaltigkeit der Staatsfinanzen nicht gefährden, wenn Schäuble jetzt schon nicht mit dem Geld auskommt?

    Die französische Wahnidee vom Goldesel ist es, die Frankreich schon einmal an den Rand des Abgrunds gebracht hat. Wo steht Frankreich heute?

  • Die Zentralbank ist unabhängig und hat von der Politik keine Befehle oder Empfehlungen entgegen zu nehmen.

    Politiker werden vom Volk gewählt und sollten in dessen Interesse handeln. Befehle oder Empfehlungen von Banken, oder der Zentralbank sind daher völlig überflüssig. Wenn Politiker sich von der Finanzindustrie beraten lassen, das ist das bereits jenseits dessen, was in der Verfassung angedacht ist.

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