„Gemeinsame Krisenbewältigung“
Botschafter fordert fordert Energieallianz mit den USA

Die Ukraine-Krise und der NSA-Skandal überschatten Peter Wittigs Amtsantritt. In seinem ersten Interview wirbt der neue Botschafter in den USA für Unabhängigkeit von Russland und sagt, wie er sich vor Spionen schützt.
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DüsseldorfDer neue deutsche Botschafter in Washington, Peter Wittig, sieht in einer Energieallianz zwischen den USA und Europa eine zentrale Lehre aus den Unruhen in der Ukraine. „Die einseitige Abhängigkeit von einem Energielieferanten abzumildern, ist ein wichtiges Thema der gemeinsamen Krisenbewältigung“, sagte Wittig im Interview mit der digitalen Tageszeitung Handelsblatt.

Bisher sind viele europäische Staaten von russischen Gasimporten abhängig, Deutschland etwa bezieht mehr als ein Drittel seines Erdgasbedarfs aus Russland. Künftig könnten die Amerikaner als Energielieferant einspringen. Daher sei es von großer Bedeutung, den transatlantischen Handel zu liberalisieren, so Wittig. Das Freihandelsabkommen TTIP, über das Amerikaner und Europäer derzeit beraten, „ist ein Weg, die Energiesicherheit Europas zu erhöhen.“

Wittigs Amtsantritt wird durch die Nachwirkungen der NSA-Affäre überschattet. Wie aus den Akten des abtrünnigen Cyberspions Edward Snowden hervorgegangen war, hatten US-Geheimdienste gezielt nicht nur mutmaßliche Terroristen in Deutschland, sondern auch über Bundeskanzlerin Angela Merkel und andere deutsche Spitzenpolitiker abgehört. Auch Wittig rechnet damit, ins Visier von Spionen zu geraten: „Wir haben Vorkehrungen getroffen, die mir erlauben auf sicheren Leitungen zu telefonieren - und die nutze ich auch.“

„Renaissance der transatlantischen Beziehungen“

Der Diplomat hofft, dass der vergangene Woche bei Merkels Besuch in Washington verabredete Cyberdialog zwischen Amerikanern und Deutschen, „die bestehenden Meinungsverschiedenheiten zumindest abzumildern“ kann. Aus dieser Zuversicht speist sich auch seine Hoffnung auf eine „Renaissance der transatlantischen Beziehungen“.

Obwohl erst eine Woche im Amt, hat Wittig in Washington bereits „eine Rückbesinnung auf die gemeinsamen Werte und Interessen“ festgestellt. „Es gibt in unserer multipolaren Welt mit vielen Machtzentren zwischen Europa und den USA eben doch die größte Übereinstimmung.“

Den ganzen Artikel finden Sie in der aktuellen Ausgabe von Handelsblatt Live.

Moritz Koch ist USA-Korrespondent.
Moritz Koch
Handelsblatt / USA - Korrespondent

Kommentare zu " „Gemeinsame Krisenbewältigung“: Botschafter fordert fordert Energieallianz mit den USA"

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  • Die Amerikaner wollen sicher ihr Fracking Gas verkaufen aber die Vorräte gehen irgendwann in 20 Jahren zuende oder durch die Vergiftung des Bodens und Trinkwasser kommt es zu Protesten. Was dann? Die Amerikaner wollen eine Rolle rückwärts und Merkel und Co von Amerika abhängig machen, was auch keine Sicherheit gibt. Wir wollen Russland wirtschaftlich weiter einbinden und auf einen Weg gehen, wo von Portugal über Norwegen bis Wladiwostock Frieden herrscht. Der Gewaltige Islamterror Weltweit ist alleine schon Aufgabe für die Staaten um genug Menschen davor zu schützen. Das wird oder will nicht erkannt werden.

  • @hafnersp, stimme Ihnen voll zu. Jetzt lassen unsere amerikanischen "Freunde" die Katze aus dem Sack. Wäre nett, wenn unsere Regierung unsere Interessen vertreten würde, nicht die der Amis, die ihr fracking-Gas an den Mann bringen und dafür die Konkurrenz ausschalten wollen. Es wird Zeit, dass wir die amerikanische Interessenpolitik aus der Kalte-Krieg-Zeit überwinden und in Europa eine unseren eigenen Interessen entsprechende Wirtschaftspolitik betreiben würden. Und die fordert logisch einen historisch gewachsenen, engeren Schulterschluss mit den Russen.

  • Das Wesentliche haben bereits einige Leser beschrieben.
    Fehlt nur noch der Kommentar: noch einer von Goldman Sachs.

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