Gemeinsamer Appell
Deutsche Zeitungen stehen Wikileaks zur Seite

Wikileaks bekommt nun auch Rückendeckung von deutschen Medien. In einem gemeinsamen Appell wenden sich Zeitungen wioe der tagesspiegel und dier Frankfurter Rundschau gegen die Kriminialisierung der Enthüllungsplattform. Deren Gründer Julian Assange könnte heute aus der Untersuchungshaft freikommen.
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DÜSSELDORF. Die Enthüllungsplattform Wikileaks erfährt verstärkt auch Unterstützung durch deutsche Medien. Zusammen mit dem Berliner "Tagesspiegel", der wie das Handelsblatt zur Dieter von Holtzbrinck Mediengruppe gehört, haben die "Frankfurter Rundschau", die "Tageszeitung", "Der Freitag" und das Online-Portal "Perlentaucher" einen gemeinsamen "Appell gegen die Kriminalisierung von Wikileaks" unterzeichnet. Unterstützt wird die Aktion zudem von der europäischen Menschenrechtsorganisation ECCHR. Die Redaktionen rufen ihre Leser zur Unterstützung auf.

Nach der angekündigten - und teilweise schon erfolgten - Veröffentlichung von mehr als 250 000 Dokumenten aus dem State Department der USA beendeten die Konzerne Mastercard, Paypal und Amazon ihre Zusammenarbeit mit Wikileaks. Der Gründer Julian Assange sitzt derzeit in britischer Untersuchungshaft, könnte aber heute Nachmittag gegen Kaution auf freien Fuß kommen. Schweden hat Assange wegen des Verdachts der Vergewaltigung von zwei Frauen zur Fahndung ausgeschrieben. Assanges Anhänger sehen darin eine gezielte und von den USA gesteuerte Kampagne gegen Assange, um ihn zu diskreditieren.

In dem Appell der Zeitungen, der sich auf die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen (Artikel 19) stützt, werden die "Angriffe auf ein journalistisches Medium als Reaktion auf seine Veröffentlichungen" angeprangert. Weiter heißt es: "Wenn Internetunternehmen ihre Marktmacht nutzen, um ein Presseorgan zu behindern, kommt das einem Sieg der ökonomischen Mittel über die Demokratie gleich. .... Diese Angriffe zeigen ein erschreckendes Verständnis von Demokratie, nach dem die Informationsfreiheit nur so lange gilt, wie sie niemandem wehtut."

Gero Brandenburg
Gero Brandenburg
Handelsblatt Online / Redakteur

Kommentare zu " Gemeinsamer Appell: Deutsche Zeitungen stehen Wikileaks zur Seite"

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  • Werden diese Zeitungen auch Server zur Verfügung stellen um die Dokumente zu hosten?
    Die Zeitungen und Nachrichtenportale profitieren von den wikileaks informationen auch werden z.b. in Spiegelonline Artikeln Unternehmen die nicht mit wikileaks zusammenarbeiten als feige bezeichnet..ein Mirror wie ihn viele Privatpersonen zur verfügung gestellt haben gibt es aber nicht.

  • ich untersütze die Aktion pro Assange schon seit vorletzter Woche in facebook. Macht alle mit !! Für Freiheit und Demokratie (Herrschaft durch das Volk) !!

  • Witzig, wie die politisch gekauften Medien sich jetzt wieder anbiedern, indem sie sich auf die Seite des "Verräters" schlagen. Da haben die Schmierblätter doch gemerkt, dass solche Menschen wie Assange mit ihrer Aufklärungsarbeit mehr Massen hinter sich bringen, als die Zeitungen, die nur das Drucken, was die Politik vorgibt. Warum hat Wikileak sich denn dieser Aufdeckung von Tatsachen angenommen? Weil man es nicht mehr ertragen kann, wie die politisch gekauften Medien helfen solche Tatsachen zu verschleiern. Alles von der politischen Klasse Vorgelegte wird kritiklos weiterverbreiten. Sogar die dreistesten Lügen der Politiker werden dem Volk durch die Medien immerwieder vorgekaut. Eine Steuererhöhung wird zum "Sparpaket" erklärt und eine Krankenkassenbeitragserhöhung nennt man "Gesundheitsreform". Nach der Devise: Wenn man es tausend Mal hört oder liest, muss es ja stimmen. Eigene Recherche kann man sich ja sparen. Die Politik schickt die Texte an die Redakteure und die bekommen dadurch noch einfacher das weiße Papier gefüllt. Hat sogar den Vorteil, dass man keine Journalisten bezahlen muss. Jetzt wollen sich die Medien wieder ein bisschen Glaubwürdigkeit zurückerobern und machen sich selbst dabei noch lächerlich. Was für ein armseliger Haufen.

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