Gemeinschaftswährung: Außenhandelspräsident Börner: Euro-Zone nicht um jeden Preis retten

Gemeinschaftswährung
Außenhandelspräsident Börner: Euro-Zone nicht um jeden Preis retten

Deutschland kämpft für den Euro. Der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Anton F. Börner, hat zum Thema Auseinanderbrechen der Euro-Zone eine deutliche Meinung.
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DüsseldorfNach den euroskeptischen Äußerungen von Linde-Chef Wolfgang Reitzle zeigt sich nun auch der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Anton F. Börner, offen für ein Auseinanderbrechen der Euro-Zone, sollten sich Krisenländer wie Italien harten Reformen verweigern. „Die Tatsache, dass wir vom Euro massiv profitieren, bedeutet nicht, dass wir uns auf jeden politischen Kuhhandel einlassen dürfen, nur um die Gemeinschaftswährung zu retten“, sagte Börner Handelsblatt Online.

Deutschland kämpfe für den Euro, weil sein Scheitern einen „massiven ökonomischen Preis kosten würde und unkalkulierbare politische Folgen hätte“. Ein Euro-Aus bedeute nicht weniger, „als die Schleusen zu fluten zur Renationalisierung und Protektionismus“, sagte der BGA-Chef. „Am Ende steht die Balkanisierung und Marginalisierung Europas.“ Nötig seien daher „eindeutige“ politische Botschaften. „Dies betrifft die deutsche Haltung gegenüber Italien ebenso wie gegenüber Frankreich und der Europäischen Kommission“, sagte Börner. Länder wie Italien seien nun am Zug und müssten liefern. „Die italienische Regierung ist auf dem Holzweg, wenn sie darauf setzt, ohne harte Reformen zur Stärkung der heimischen Wettbewerbsfähigkeit davon zu kommen.“
Börner äußerte sich vor dem Hintergrund der Euro-kritischen Aussagen von Linde-Chef Wolfgang Reitzle, der am Wochenende den Austritt Deutschlands aus der Euro-Zone ins Gespräch gebracht hatte. „Wenn es nicht gelingt, die Krisenländer zu disziplinieren, muss Deutschland austreten“, sagte der Vorstandschef des Gaskonzerns im Interview mit dem „Spiegel“. „Natürlich würde das zu einer Aufwertung der D-Mark, des Euro-Nord oder welche Währung wir dann auch hätten, führen. Aber die würde schnell geringer sein, als wir befürchten.“

Börner hält es, wie er sagte, für das wichtigste, dass jedes Land sich das Vertrauen der Finanzmärkte erhalten, beziehungsweise durch harte Reformen neu erkämpfen müsse. „Notfalls müssen die nationalen Parlamente ihre Budgethoheit abtreten, zumindest für den Fall, dass zuvor vereinbarte Regeln im Hinblick auf die Staatsdefizite und Staatsschulden nicht eingehalten werden“, sagte der Außenhandelspräsident.

„Wer Staatsdefizite und Staatsschulden nicht in gemeinsam vereinbarten Grenzen hält, der muss unwiderruflich eine substantielle Einschränkung seiner Souveränität hinnehmen.“ Dabei gelte es den europäischen Partnern zu vermitteln, dass es nicht um den deutschen Weg gehe, unterstrich Börner.

„Die marktwirtschaftlichen Gesetze gelten für alle Länder und sind nicht von Deutschland gemacht.“ Deutschland sei sogar bereit, insbesondere die südeuropäischen Länder auf dem Weg zu mehr Wettbewerbsfähigkeit zu begleiten – aus solidarischen wie auch aus ganz eigennützigen Gründen und mit viel Geld. „Ebenso klar ist aber auch, dass wir Europa schwächen, wenn wir das Geld in ein Fass ohne Boden werfen“, sagte Börner. „Das alte Europa ist nicht zukunftsfähig – und daher für Deutschland keine Option.“

Dietmar Neuerer
Dietmar Neuerer
Handelsblatt / Reporter Politik

Kommentare zu " Gemeinschaftswährung: Außenhandelspräsident Börner: Euro-Zone nicht um jeden Preis retten"

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  • Ist es nicht peinlich für Ohoven und Hürth wenn die den Euro unter allen Umständen retten wollen und dann der Außenhandelspräsident genau das Gegenteil sagt.

    Dass der Euro und die EU im Koma liegen, daran gibt es keine Zweifel. Rettungsversuche bringen nichts mehr weil der Patient von Anfang an total falsch behandelt wurde, ihm die falsche Medizin verabreicht wurde und die Ärzte und insbesondere die Ärztin Kein Ahnung, davon aber eine ganze Menge, haben, wie die Behandlung durchzuführen ist. Jeder Eingriff bringt den Patienten dem Tod ein Stückchen näher. Aber die Eingriffe kosten Unsummen.

  • Die EU und der EURO sind genauso tot wie eine Wasserleiche, die man im Frühling im Schilf findet, weil jemand im Winter im Eis eingebrochen war. Der Geist der EU war immer Zentralismus, Sozialismus und Vereinheitlichung. Das Korsett wird immer enger geschnürt, um Freiheit und Vielfalt - die Stärken der europäischen Länder - abzuschaffen.

    Die EU-Kommissions wurde im Klüngel-Verfahren eingesetzt und kein Mensch weint denen nach, wenn sie nur endlich wieder verschwinden.

    Frau Merkel, der Frosch: EU und EURO ist mausetot. Da helfen auch keine Stromschläge mit EU-Fiskalunion usw. All das wird doch von den Völkern Europas ganicht mitgetragen. Was kommt sind endlose Transfers wie Transfusionen für Koma-Patienten. Furchbar.

  • @ Stange

    ????

    Die Macht ist ja bereits vom Volk ausgegangen und hat dann die Verpflichtung eines ordentlichen Kaufmanns missachtet, hat also die Macht vom Volke keine Verantwortung und darf nicht zur Rechenschaft gezogen werden? Ist die südeuropäische Macht "vom Volke" per EU Vertrag ein Fass ohne Boden und die nordeuropäische Macht vom Volke eine gesetzlich garantierte Zahlungsverpflichtung für die südeuropäische Vertragsbrecher?

    Übrigens nicht nur die Macht geht vom Volke aus, sondern auch die Zahlungsverpflichtung!

    Die EU hat die neue Form des Sozialnationalsimus geschaffen, per durch Frankreich organisierten Bruch der EU Verträge.

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