General George S. Patton
Der Stratege mit dem silbernen Colt

General George S. Patton gilt als der überragende US-Militärstratege des Zweiten Weltkriegs. Mit der 3. US- Armee befreite er innerhalb weniger Monate große Teile Frankreichs, Belgiens, Deutschlands und Österreichs. Dabei befehligte er seine Soldaten meist vom Panzer aus.

HB DARMSTADT: Jenseits des Schlachtfeldes erwies sich der Haudegen, der mit versilberten Colts im Hüftgürtel auftrat, als ungelenk. Als er bei Kriegsende seine Bewunderung für die Nazis äußerte, fiel er in Ungnade. Er starb am 21. Dezember 1945 im Alter von 60 Jahren nach einem Autounfall in Mannheim.

Sein Ehrgeiz wuchs in jungen Jahren in Kalifornien. Als Kind litt er unter Schreibschwäche und Minderwertigkeitsgefühlen. Dies versuchte er durch Einsatz auszugleichen. Er absolvierte die Militär- Akademie in West Point und erreichte 1912 bei den Olympischen Spielen in Stockholm im modernen Fünfkampf den fünften Platz. Als Soldat machte er sich in den folgenden Jahren einen Namen im Kampf gegen die mexikanischen Aufständischen um Pancho Villa. Im Ersten Weltkrieg baute er dann das erste Panzer-Corps der US- Streitkräfte auf.

Im Zweiten Weltkrieg erzielte er militärische Erfolge in Nordafrika, im Italienfeldzug und bei der Invasion in der Normandie. Die Führung der 3. Armee übernahm er am 1. August 1944. Immer wieder sorgte er für überraschende Aktionen, etwa als er in der Nacht zum 23. März 1945 fast lautlos den Rhein bei Oppenheim überquerte und den Vormarsch bis 90 Kilometer vor Prag vorantrieb. Nach der Befreiung des KZ Buchenwald durch seine Soldaten befahl er, die Weimarer Bevölkerung durch die Baracken zu führen.

Seine Haltung zu den Deutschen ist widersprüchlich. So soll er vor der Ardennenschlacht Ende Dezember 1944 ausgerufen haben: „Lovely weather to kill the Germans!“ (Herrliches Wetter, um Deutsche zu töten). Nach dem Krieg bezeichnete er die SS als „eine verdammt gut aussehende Bande von sehr disziplinierten Hurensöhnen“. Gemeinsam mit der Wehrmacht wollte er weiter Richtung Moskau marschieren, um Stalin zu stürzen. Sein Vergleich der NSDAP mit politischen Parteien der USA rückte ihn endgültig ins Abseits.

Sein Traum, „von der allerletzten Kugel in der allerletzten Schlacht“ getötet zu werden, ging nicht in Erfüllung. Er verunglückte wenige Tage vor der geplanten Rückkehr in die Heimat bei einem Autounfall in Mannheim und starb kurz darauf im Militärhospital in Heidelberg.

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