Generation Merkel, Teil 10
Wie Merkel den Euro wertlos macht

Einst war der Euro ein Symbol für das Friedensprojekt Europäische Union. Doch Europa hat sich verändert – das liegt auch an der Euro-Krise. Und der Europapolitik der Kanzlerin.

Der Euro ist die Währung meiner Generation: Zwar bekamen wir unser erstes Taschengeld noch in deutscher Mark, aber die prägenden Momente waren andere. Da war der erste Urlaub ohne die Eltern, die Abi-Reise mit der Abschlussklasse oder der Kurztrip über die Grenze. Alles bezahlt mit Euro – egal, ob in Barcelona, Berlin oder Paris. Das hat der Währung einen Wert gegeben, der nichts mit Umrechnungskursen oder Zentralbanken zu tun hat.

Der Euro war ein Symbol für das Friedensprojekt Europäische Union, den Abschied vom Nationalstaat und einem Wegfall von Grenzen, auch im Kopf. Das war mein Europa – und zugleich, wie ich jetzt verstehe, jugendliche Realitätsferne.

Nicht nur meine Skepsis ist im Laufe der Jahre gewachsen. Auch Europa hat sich verändert: Es streiten Nord gegen Süd, der Nationalstaat scheint wieder das Maß aller Dinge, und die Grenzen kehren zurück, vor allem im Kopf. Daran ist nicht nur die Krise schuld, sondern auch die Europapolitik der Kanzlerin. „Scheitert der Euro, scheitert Europa“, sagte Angela Merkel einmal in Bezug auf die Rettungshilfen. Damit hat sie recht. Scheitern kann Europa aber auch mit gemeinsamer Währung, denn es ist mehr als der Euro.

Die Europa-Wahlen 2014 geraten zur Posse. Die Wahlbeteiligung sinkt, Protestparteien haben Zulauf. Euro-Krise, Jugendarbeitslosigkeit, Klimaschutz und das Freihandelsabkommen zwischen EU und USA sind die dringlichen Themen der Wahl. Es braucht Erklärung, Reformen und Transparenz. Stattdessen gibt es die Kanzlerin.

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