Generation Merkel, Teil 3
Wir wollen unsere Klimakanzlerin zurück!

2040 mag vielen weit weg erscheinen. Doch der „Generation Merkel“ ist es nicht egal, dass Wetterextreme zunehmen und die Arktis eisfrei wird. Vera Münch über die gefährliche „Geldbeutel-Politik“ der Kanzlerin beim Klima.

DüsseldorfHeiligendamm 2007: „Durchbruch beim Klimaschutz“. So damals die Schlagzeile zu den Ergebnissen des G8-Gipfels. Wow! Wir, die jüngeren Mitbürger, waren begeistert. Endlich kümmert sich die Politik um die Zukunft unserer Generation statt immer nur um die kurzfristigen, wirtschaftlichen Interessen.

Unsere Angela hat‘s geschafft, sogar Hardliner wie George W. Bush zu zähmen und auf eine internationale Kooperation einzuschwören. Die Vereinbarung: Den Ausstoß bis 2050 um die Hälfte reduzieren. Als frischgebackene Klimakanzlerin zeigte sie außenpolitische Führungsstärke und brachte damit Deutschland in eine wichtige weltpolitische Position.

Doch dann: 2008 platzt die Kreditblase in den USA, und die Weltwirtschaft bricht zusammen. Die Weltelite hatte keine Zeit mehr für Klimaschutz. Klar, die Wirtschaft ist auch besser geeignet als Wahlkampfthema. Der Wähler lässt sich doch immer leichter über den eigenen Geldbeutel steuern. Und Klimaschutz kostet Geld. Passt also gar nicht in eine Krisensituation.

Meine Hoffnung für Lebensqualität auch noch mit Mitte 60 – vorerst geplatzt. Durchbruch sieht für mich anders aus. Heute, acht Jahre später, sind das Einzige, was permanent durchbrochen wird, immer neue Luftverpestungsgrenzwerte. Ob es noch gelingt, den Temperaturanstieg unter zwei Grad Celsius zu halten, ist äußerst fraglich. Die Vereinbarungen aus 2007: eine Luftnummer.

Für viele mag 2040 zu weit weg sein. Die Generation Wirtschaftswunder braucht es nicht unbedingt zu interessieren, dass  Stürme und Überschwemmungen zunehmen und die Arktis eisfrei wird. Doch meiner Generation ist das nicht egal.

Gut, aus deutscher Sicht könnten wir uns vielleicht noch darüber freuen, dass bei den zu erwartenden Hitzewellen aufgrund des ansteigenden Meeresspiegels der Weg zum Sonnenbad am Strand nicht mehr so weit ist. Doch das darf wohl kaum das Ziel sein.

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