Generation Merkel, Teil 8
Merkel – die graue Pantherin

Deutschland steckt mittendrin im Generationenkonflikt. Daran ist auch die Kanzlerin schuld. Denn sie hat es schlichtweg versäumt, für eine gerechte Lastenverteilung zu sorgen. Im Gegenteil.
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„Es ist wichtig, dass wir keinen Krieg der Generationen bekommen.“ Mit diesen Worten stand Angela Merkel 2003 zwar plakativ, aber entschlossen für die Generationenverständigung ein. Heute, zwölf Jahre und eine Regierungsdekade Kanzlerin Merkels später, hat ihr öffentlicher Enthusiasmus für die Generationengerechtigkeit nachgelassen. Stattdessen stecken wir mittendrin im Generationenkonflikt. Daran ist auch die Kanzlerin schuld. Sie hat es schlichtweg versäumt, für eine gerechte Lastenverteilung zu sorgen. Im Gegenteil: Sie hat die Sorgen der Jungen völlig aus den Augen verloren. Kein Thema bringt das besser auf den Punkt als die Rente.

Die Provokation kommt ungewollt. Und zwar immer dann, wenn unsere Eltern über die noch lange verbleibende Arbeitszeit und die niedrige Rente im wohlverdienten Ruhestand jammern. Klar haben Sie Grund dazu. Sie bekommen sicher einmal weniger als heutige Rentner. Doch in jungen Ohren klingt das wie blanker Hohn. Denn in den kommenden Jahrzehnten werden immer weniger Arbeitnehmer für immer mehr alte Menschen in die Rentenkasse einzahlen. Kamen 1991 noch vier Arbeitstätige für einen Rentner auf, werden es 2030 nur noch zwei sein. Das heißt: Jeder junge Mensch muss künftig deutlich mehr zahlen.

Statt sich um die Sorgen der jungen Generation zu kümmern, verprellt die Regierung sie mit Wahlgeschenken für die Altvorderen. Zwar hebt Merkel erst noch das Renteneintrittsalter auf 67 Jahre an. Dann aber privilegiert sie einige wenige Jahrgänge mit der Frühverrentung ab 63. Geschätzte Kosten: Über 13 Milliarden Euro. Ja, die Rente mit 63 war eine Idee der  SPD. Doch Merkel hat sie mitgetragen. Hinzu kommt noch die Mütterrente – diesmal aber wirklich aus dem Hause CDU – die bis 2030 jährlich weitere 6,5 Milliarden Euro verschlingt. Selbst bei den jüngeren in  der Union, wie etwa dem 35-jährigen Jens Spahn, sorgt das für reichlich Unmut.

Nachvollziehbar ist dieses Vor-Zurück-Spiel ganz sicher nicht. Und erst recht nicht, wenn man die in Zukunft zwangsläufig steigenden Beiträge zur Rentenversicherung bedenkt. Mit solchen Strategien läuft Merkel allenfalls den Grauen Panthern die Stammwählerschaft ab. Junge Wähler stößt sie damit vor den Kopf.

Wir sind in punkto Altersvorsorge ohnehin völlig verunsichert. Dabei sollte uns das Hin und Her bei der Rente verdeutlichen: Wir sind mehr als unsere Eltern in der Verantwortung, für die Zeit nach dem Berufsleben selbst vorzusorgen. Doch die Jungen zweifeln, ob sich riestern überhaupt lohnt. Wir wissen nicht, welches Investment bei anhalten Niedrigzinsen tatsächlich Rendite erzielt.

Das hat Konsequenzen, wie eine Studie von Infratest belegt: 2014 sorgten ein Drittel weniger Menschen privat vor als noch 2009. Wir erhoffen uns zwar einerseits kaum noch etwas von der staatlichen Rente. Andererseits reagieren wir nur, indem wir das Problem verdrängen. Den Vorwurf, wir würden selbst zu wenig für Alter sparen, müssen wir uns durchaus gefallen lassen.

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„Denn wer da hat, dem wird gegeben“

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  • Das sind die versicherungsfremden Leistugnen aus der Rentenvers.


    · Kriegsfolgelasten

    · Renten in den neuen Bundesländern (für die nie ein Pfennig in

    · die Rentenversicherung eingezahlt wurde!)

    · Absicherung des Arbeitsmarktrisikos durch Rentenzahlung

    · Renten für Aussiedler (für die nie ein Pfennig in die

    · Rentenversicherung eingezahlt wurde!)

    · Ausgleich für NS-Unrecht

    · Ausgleich von SED-Unrecht

    · Renten von polnischen Offizieren die in den 70er Jahren nach
    Deutschland übersiedelten.

    · Renten von jüdischen Emigranten in Israel und USA usw.

    · Reha - Kuren

    Stationäre Therapien für Spielsüchtige

  • Juhuu wir haben einen Schuldigen. Und niemand merkt das die Rentenfinanzierung nichts anderes ist als ein Schneeballsystem. Denn für einen Rentner braucht es im Minimum 2 Erwerbstätige Leute, die die Rente für eine Person finanziert, und für die zwei, braucht es dann 4 Erwerbstätigen und so weiter. das kann gar nicht funktionieren wenn man es nicht Quer subventioniert, wie bei uns über die MwSt. und Treibstoff steuer.

  • nochmals zur Berichtigung. Sie erhalten eine Rente vom Durchschnitt und davon
    ca. 45 %. Das liegt auch daran, dass Menschen Renten bekommen, die nie etwas
    oder nur sehr wenig einbezahlt haben, zB. Judenrenten, Ghetto-renten, Aussiedler,
    Muetterrenten (1 Million bekommen keine Muetterrente, da sie nicht die Mindestein-
    zahlung erreicht haben) 70% der Rentnerinnen erhalten eine Rente von bis 1100
    Euro Brutto, davon gehen noch Krankenversicherung, Soli usw. ab) Im Gegensatz
    dazu erhalten Beamte königliche Pensionen, ohne etwas eingezahlt zu haben.
    Frauen haben in Westdeutschland überwiegend nur Minirenten, im Alter kein
    menschenwürdiges Leben möglich

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