Generationengerechtigkeit
Union fordert höhere Rentenbeiträge für Kinderlose

Unionspolitiker fordern höhere Rentenbeiträge für kinderlose Arbeitnehmer. Damit soll Ausgewogenheit in die Rentenkasse gebracht werden. Der CDU-Arbeitnehmerflügel hält das für verfassungsrechtlich bedenklich.
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BerlinMehrere Bundestagsabgeordnete der Union haben höhere Rentenbeiträge für kinderlose Arbeitnehmer gefordert. Es sei „gerecht, wenn Eltern, die die Beitragszahler von morgen großziehen, einen niedrigeren Rentenbeitrag leisten als Kinderlose“, sagte die CSU-Abgeordnete Silke Launert der „Bild“. „Nur durch ihre Erziehungs- und Unterhaltsleistung kann der Generationenvertrag funktionieren.“

Es gehe nicht darum, „Kinderlose abzustrafen, sondern darum, Gerechtigkeit in die Rentenkasse zu bringen, indem jeder seinen angemessenen Beitrag leistet“, stellte Launert klar. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Martin Patzelt erklärte, es sei „an der Zeit“ zu prüfen, „ob Kinderlose zur langfristigen Sicherung der Renten höhere Rentenbeiträge leisten sollten.“

Ähnlich äußerte sich der CDU-Abgeordnete Eckhard Pols. Er befürworte einen höheren Rentenbeitrag „bei gewollter, nicht bei ungewollter Kinderlosigkeit“, sagte Pols dem Blatt. Es sei allerdings schwierig, „diese Umstände sauber voneinander zu trennen und dies eindeutig zu belegen“.
Der Bundesvize der Christlich-Demokratischen-Arbeitnehmerschaft (CDA), Christian Bäumler, lehnt eine einseitige Belastung von Kinderlosen ab. Eine Besserstellung von Familien verstoße gegen das „Äquivalenzprinzip“ in der Rentenversicherung, sagte Bäumler Handelsblatt Online. „Wer in die Rentenversicherung einzahlt, erwirbt Entgeltpunkte, die auch verfassungsrechtlich geschützt werden“, betonte der CDU-Politiker.

Bäumler sagte weiter: „Familienpolitik ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nicht allein von den Beitragszahlern sondern von der Gesamtheit der Steuerzahler getragen werden.“ Wenn die Anerkennung von Kindererziehungszeiten über höhere Rentenversicherungsbeiträge von Kinderlosen finanziert werde, blieben Selbständige, Unternehmen und höhere Einkommensbezieher außen vor. „Die Mehrausgaben für die Mütterrente sollte deshalb nicht durch Beiträge, sondern durch Steuern erfolgen“, forderte Bäumler.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Dietmar Neuerer
Dietmar Neuerer
Handelsblatt / Reporter Politik

Kommentare zu " Generationengerechtigkeit: Union fordert höhere Rentenbeiträge für Kinderlose"

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  • Glauben Sie auch an den Osterhasen?

  • Bo gewollt oder ungewollt kinderlos, spielt hier überhaupt keine Rolle.

    Die Entscheidung für oder gegen Kinder ist frei. Kinderlosen höhere Sozialabgaben abzuverlangen, verstößt gegen das Grundgesetz.

  • Meine Sie das ernst, was schreiben, oder wollen Sie nur provozieren.

    Wenn Parteipolitiker so einen Dünnschiss von sich geben, ist das Populismus. Nur, wollen Sie sich damit auf eine Stufe stellen?

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