Generikahersteller sabotieren Preispolitik der Krankenkassen
Versicherte müssen mehr zuzahlen

Seit dem 1. Juni ist die Zahl der vom Arzt verordneten Medikamente, für die gesetzlich Krankenversicherte in der Apotheke eine Zuzahlung oder einen Aufpreis zahlen müssen, deutlich gestiegen.

HB BERLIN. Insgesamt müssen die Versicherten inzwischen bei 6 600 Medikamenten zusätzlich in die eigene Geldbörse greifen. Als Grund für diese aus Sicht der Versicherten negative Entwicklung nannte Pro-Generika-Geschäftsführer Peter Schmidt auf Anfrage des Handelsblatts, dass viele Unternehmen nicht mehr bereit seien, ihre Preise nur deshalb zu senken, weil die Krankenkassen die Festbeträge niedriger festsetzen. Sie markieren den Geldbetrag, bis zu dem die Kassen maximal die Kosten eines Medikaments erstatten.

Bei rund zehn Prozent aller Medikamente liegt der Apothekenpreis nach der Übersicht inzwischen über dem Festbetrag, so dass die Versicherten die Differenz aus eigener Tasche zahlen müssen. Zuletzt hatten die Krankenkassen die Festbeträge zum 1. Juni für 59 Arzneimittelgruppen gesenkt. Dies führte, weil die betroffenen Unternehmen nicht wie in der Vergangenheit mit Preissenkungen reagierten, dazu, dass die Zahl der Medikamente, die teurer sind als der Festbetrag, um rund 32 Prozent im Vergleich zum Vorjahr wuchs.

Außerdem wurden auch die Preisobergrenzen, bis zu denen Medikamente ohne Zuzahlung zu haben sind, niedriger festgesetzt. Dadurch sank die Zahl der von Zuzahlung befreiten Medikamente von 11 507 um 30 Prozent auf rund 7 900. Die Unternehmen seien offenbar schon aus betriebswirtschaftlichen Gründen nicht in der Lage, die Preise immer weiter zu senken, kommentierte Schmidt die Entwicklung. "Die Zitrone ist ausgepresst". Von den Festbetragssenkungen erwarten die Krankenkassen Einsparungen von 300 Millionen Euro, die nun offenbar zu einem Großteil von den Versicherten über höhere Zuzahlungen finanziert werden müssen.

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