Genesung
Ex-Kanzler Kohl tritt wieder öffentlich auf

Mehr als ein Jahr nach seinem schweren Sturz tritt der frühere Bundeskanzler Helmut Kohl demnächst wieder öffentlich auf. Am 8. Mai will er bei einer Veranstaltung der Hanns- Martin-Schleyer-Stiftung in Stuttgart sprechen.

HB BERLIN. Nach Angaben von Kohls Sprecher Ulrich Pohlmann geht es dem Alt-Kanzler "deutlich besser, aber noch nicht richtig gut". Er habe "sich noch Schonung auferlegt", sagte Pohlmann.

Kohl, der von 1982 bis 1998 Bundeskanzler war, wird an diesem Freitag 79 Jahre alt. Er lebt aus der Öffentlichkeit zurückgezogen im pfälzischen Oggersheim. Zusätzlich zu zwei Knie-Implantationen hatte ihn ein kompliziertes Schädel-Hirn-Trauma geschwächt, das er sich bei einem Sturz in seinem Haus Anfang 2008 zugezogen hatte.

Laut "Welt" will Kohl bei der Feier in Stuttgart an seinen Freund, den 1977 von RAF-Terroristen ermordeten Arbeitgeberpräsidenten Schleyer, erinnern. Ob es sich dabei um eine längere Rede oder kurze Anmerkungen handeln werde, sei noch nicht entschieden, berichtet das Blatt unter Berufung auf Kohls Büro. Die Stiftung werde Kohl mit ihrem nach Schleyer benannten "Preis für hervorragende Verdienste um die Festigung und Förderung der Grundlagen eines freiheitlichen Gemeinwesens" auszeichnen.

Einen weiteren Preis hat der Ex-Regierungschef schon in Empfang nehmen können. "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann übergab Kohl den Medienpreis "Osgar", teilte die Zeitung am Dienstag mit. Damit werde Kohls historische Leistung auf dem Weg zur deutschen Einheit gewürdigt. Auch der ehemalige Präsident der Sowjetunion, Michail Gorbatschow, sowie Ex-US-Präsident George Bush senior hätten den Preis in diesem Jahr erhalten. Wegen der Wirtschaftskrise fällt in diesem Jahr die "Osgar"-Gala in Leipzig aus.

Für 40,6 Prozent der Deutschen gehört Kohl zu den Persönlichkeiten, die die Bundesrepublik seit 1949 am deutlichsten geprägt haben. Er führt noch vor Konrad Adenauer (36,8 Prozent), Helmut Schmidt (35,8 Prozent) und Willy Brandt (26,2 Prozent) die Rangliste an, die nach einer TNS-Umfrage für das Magazin "Spiegel Geschichte" entstand. Dafür waren im Januar 2000 Bundesbürger befragt worden.

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