„Genug gespart“
Verdi und DBB läuten harte Tarifrunde ein

„Genug gespart“ – unter diesem Motto starten die Gewerkschaft Verdi und der Deutsche Beamtenbund (DBB) im demonstrativen Gleichschritt in die kommende Tarifrunde für den öffentlichen Dienst. Konfliktpotenziale gibt es dabei mehr als genug.

BERLIN. Nach monatelanger Vorarbeit gegen teils harte Widerstände in den eigenen Reihen haben Verdi-Chef Frank Bsirske und DBB-Chef Peter Heesen am Donnerstag eine gemeinsame „Initiative Öffentliche Dienste“ präsentiert. Sie ist Teil eines neuen Kooperationspaktes zwischen den traditionell in Konkurrenz zueinander stehenden Organisationen.

Mit einer großen Kampagne unter dem Motto „Genug gespart“ wollen sie die Öffentlichkeit ab Ende August für einen Kurswechsel in der Lohnpolitik des Staatssektors hinter sich bringen. „Es ist an der Zeit, dass wir alles Trennende zurückstellen“, betonte Heesen. Nach einem Stellenabbau von 5,3 auf 3,9 Millionen Beschäftigte seit 1990 gelte es, „die Bedeutung eines starken öffentlichen Dienstes wieder ins Bewusstsein zu rücken“.

Bsirske und Heesen betonten gleichermaßen die Streikbereitschaft ihrer Organisationen. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) reagierte prompt mit harscher Kritik. Die Öffentlichkeit solle offenbar bereits „auf eine Lohnforderung eingestimmt werden, die die öffentlichen Arbeitgeber nicht verkraften können“, sagte Hauptgeschäftsführer Manfred Hoffmann. Derart frühzeitige Streikankündigungen seien erst recht „wenig hilfreich“.

Die Tarifverträge für die knapp zwei Millionen Arbeitnehmer des Bundes und der Kommunen laufen zum Jahresende aus. Voraussichtlich im November wollen beide Organisationen eine gemeinsame Lohnforderung aufstellen. Auch die Verhandlungen mit den Arbeitgebern wollen sie erstmals gemeinsam führen. Bisher verhandelte die für den Tarifbereich zuständige DBB Tarifunion, die 360 000 Arbeitnehmer vertritt, stets getrennt von Verdi.

„Nach drei Jahren Reallohnverlust sind jetzt auch die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes dran“, betonte Bsirske. Zwar nannte er noch keine Prozentzahlen für eine mögliche Forderung. Klar sei aber, dass die jüngsten Abschlüsse in großen Tarifbereichen der Wirtschaft für den öffentlichen Dienst diesmal „eine wichtige Orientierungsmarke“ seien.

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