Geplante Anschläge auf Nahverkehrszüge
BKA verfolgt eine „Fülle von Spuren“

Das Bundeskriminalamt (BKA) rechnet mit einer schnellen Festnahme des zweiten Bombenlegers. Behördenchef Ziercke ist diesbezüglich „sehr optimistisch“.

HB MAINZ. Nach der Festnahme des ersten Verdächtigen am Samstag sei eine „Fülle von Spuren“ ins In- und Ausland entstanden, sagte BKA-Präsident Jörg Ziercke am Montagabend im “heute journal“ des ZDF. Er sei „sehr optimistisch“, dass es einen „schnellen Fahndungserfolg“ geben werde. Die Spuren zeigten nach Deutschland sowie in den Libanon und weitere europäische Länder, sagte Ziercke.

Der BKA-Präsident sagte, solange der zweite mutmaßliche Täter nicht gefasst sei, bestehe weiter die Gefahr eines Terroranschlags. Es sei nicht auszuschließen, dass der Gesuchte weiter versuche, die Anschlagspläne in die Tat umzusetzen. Am Samstag war der mutmaßliche Bombenleger Youssef Mohamad E. H. in Kiel festgenommen worden. Er soll einen Bombenkoffer in einem Regionalexpress von Köln nach Koblenz deponiert haben; aus technischen Gründen explodierte der Sprengsatz nicht, wie die bisherigen Ermittlungen ergaben. Der zweite Gesuchte soll einen Sprengsatz in einem weiteren Regionalzug deponiert haben. Ziercke sagte, Youssef Mohamad E. H. wollte am Samstag fliehen. Deshalb sei er auf dem Bahnhof festgenommen worden.

Der BKA-Präsident forderte zudem mehr Befugnisse für das BKA bei der Terrorbekämpfung. Bislang raube die Aufgabenteilung mit den Polizeien der Bundesländer beispielsweise bei Hinweisen aus dem Ausland wertvolle Zeit, kritisierte Ziercke.

Terror-Sorgen auch weiterhin „leider sehr real“

Für Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) sind die Sorgen wegen eines möglichen Terroranschlags in Deutschland auch weiterhin „leider sehr real“. In den ARD-„Tagesthemen“ sagte Schäuble am Montagabend, nach der Festnahme eines mutmaßlichen Kofferbombers am Samstag in Kiel bleibe die Lage ernst. Zum Motiv der fehlgeschlagenen Bahn-Anschläge gebe es aber noch keine klaren Auskünfte. Dahinter stehe wohl eine Organisation mit terroristischem Hintergrund, sagte Schäuble.

Der Minister bestätigte, dass Hinweise des libanesischen Geheimdienstes auf den 21-jährigen Studenten sowie der „hohe Fahndungsdruck“ in Deutschland zu dem Erfolg vom Samstag geführt hätten. Die deutschen Behörden arbeiteten „effizient und intensiv“. Im September werde Einvernehmen über Details einer Anti-Terror-Datei hergestellt werden, meinte Schäuble. Auch eine neue Kronzeugenregelung könne ein wichtiges Element sein, um bessere Ergebnisse im Kampf gegen den Terrorismus zu erzielen.

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