Geplante Einbau-Zahl kann nicht mehr erreicht werden
Stolpe ermahnt Spediteure zum Maut-Geräteeinbau

Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe hat am Mittwoch die Spediteure erneut eindringlich aufgefordert, mit dem Einbau der Maut-Geräte in die Lastwagen zu beginnen. Die Mehrzahl macht bislang noch nicht mit.

HB BERLIN. Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) hat am Mittwoch die Spediteure erneut eindringlich aufgefordert, mit dem Einbau der Maut-Geräte in die Lastwagen zu beginnen. „Statt jetzt über eine Verschiebung des Starttermins zu spekulieren, sollten die Unternehmen in den verbleibenden Monaten bis zum Start der Maut die Chance zum Einbau der OBUs (On-Board-Units) nutzen“, sagte Stolpe auf dem Deutschen Logistik-Kongress in Berlin. Die Arbeiten zur Einführung des Gebührensystems am 1. Januar 2005 lägen im Zeitplan.

Chaos zum Jahreswechsel auf den Autobahnen

Verkehrsexperten befürchten zum Jahreswechsel ein Chaos auf deutschen Autobahnen mit Rückstaus an Grenzen und Tankstellen. Zugleich bekräftigte der Minister die Auffassung, dass er einen neuen Starttermin für den Börsengang der Deutschen Bahn nun im Jahr 2007 oder 2008 für realistisch hält. Beim Aufschub des zunächst von Bahnchef Hartmut Mehdorn geplanten Börsengangs im Frühjahr 2006 hatte bereits Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) den Privatisierungsstart für spätestens 2008 angekündigt.

Beim Thema Maut appellierte Stolpe an die Spediteure, keine Blockade zu betreiben. Die Branche hatte den schleppenden Einbau der Geräte zur elektronischen Gebührenerfassung anfangs mit Verzögerungen beim Betreiber Toll-Collect und später mit Verunsicherungen der Fuhrunternehmer begründet. Derzeit sind nach Angaben von Toll Collect gerade mal rund 115 000 Lkw mit den OBUs ausgerüstet. Ursprünglich waren Regierung und Betreiber davon ausgegangen, dass beim Start mindestens 500 000 der insgesamt 800 000 erwarteten mautpflichtigen Lkw mit OBUs bestückt sein sollten. Jetzt hält der Betreiber nur noch 275 000 für wahrscheinlich.

Rückstaus wegen langer Schlangen an den Automaten

Wer sich nicht elektronisch einbucht, hat zwei Alternativen: das Internet und Automaten an Tankstellen. In der Speditionsbranche wird nicht ausgeschlossen, dass die meisten Lkw-Fahrer die Automaten bevorzugen werden. Die Folgen - bei ohnehin unzureichendem Parkraum an Tankstellen - wären Rückstaus auf den Autobahnen. Toll Collect will nun übergangsweise mehrere tausend Service-Kräfte einstellen, die Lkw-Fahrern an den Automaten weiterhelfen. Die Zusatzkosten beliefen sich auf mehr als 20 Millionen Euro.

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