Gerd Langguth
„Anti-Griechen-Kurs wird beim Wähler verfangen“

Die Griechen-Attacken der CSU sind geeignet, der CSU Wähler zuzutreiben, meint Gerd Langguth. Im Interview erklärt der Parteienforscher, warum die Querschüsse aus Bayern aber dennoch Merkels Politik nicht schaden können.
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Handelsblatt Online: Herr Langguth, Querschüsse in der Griechenland-Debatte kommen nicht nur von der CSU. Auch die FDP-Spitze zieht regelmäßig über Athen her. Hat es in einer Koalition auf Bundesebene jemals einen derart heftigen Gegenwind für den Regierungschef gegeben?
Gerd Langguth: Merkel hat ja am Sonntag alle diejenigen zurechtgewiesen, die einen Austritt von Griechenland aus der Währungszone begrüßen würden, damit meinte sie nicht nur die FDP-Spitze, sondern auch die CSU. Außerdem gab es auch innerhalb der CSU schon heftige Worte gegen Generalsekretär Dobrindt. Es hat immer schon auf Bundesebene einen heftigen Gegenwind für den Regierungschef gegeben, beispielsweise bei Helmut Schmidt, als ihm Genscher die Freundschaft und die Koalition faktisch aufkündigte.

Haben die andauernden Querschüsse das Zeug, Merkels Regierung zu zerreißen oder ihre Regierungsarbeit zu lähmen?

Dass wir es mit Querschüssen zu tun haben, ist unbestreitbar, aber da gibt es langsam eine Routine darin. Ich denke nicht, dass Merkels Regierung zerrissen wird. Alle haben sich ja darauf geeinigt - jedenfalls auch die FDP -, dass man erst einmal den Bericht der Troika abwartet und dann wird man sehen. In Sachen Euro-Rettung hat die Kanzlerin eine besondere Verantwortung und letztlich wird dann das gemacht, was sie will. Sie wird die Dinge, was Griechenland betrifft, also schon in ihrem Sinne schaukeln.

Wie ist es um die Unions-Fraktionsgemeinschaft bestellt, wenn die CDU-Schwester permanent ausschert und einen eigenen Kurs fährt?

Im Prinzip wird es mit der Harmonie der Unions-Fraktionsgemeinschaft nicht besser. Andererseits repräsentiert die CSU mit ihrer Position auch viele Wählerinnen und Wähler in ganz Deutschland. Das es also hier eine solche Euro-kritische Stimme gibt und dass die von einer C-Partei vertreten wird, führt dann letztlich doch auch zu einer Integration dieser Euro-skeptischen Wähler in Richtung der Union. Letztlich wird aber doch das gemacht, was Frau Merkel entscheidet.

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  • Letztlich wird aber doch das gemacht, was Frau Merkel entscheidet.
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    Dann dürfte sie allerdings die kommenden 12 Monate keine Entscheidung für den Erhalt des Euros auf "Teufel-komm-raus!" mehr fällen, ...... weil sie sich sonst eine tierische Klatsche an der Wahlurne einhandeln würde!
    Das wird sie doch wohl nicht riskieren, oder?

  • "Anti-Griechen-Kurs wird beim Wähler verfangen" - ja, liebes HB, diesen Teil vom Interview habt ihr ja gar nicht abgedruckt.
    Oder habt ihr diesen Satz einfach selbst hingeschrieben, ein erfundenes Zitat?

    Zutrauen würde ich es euch, leider. Denn das HB ist ja durchaus Bestandteil der Desinformations-Jounaille, welche stets pro-Euro Parolen rausposaunt - vermutlich, weil man glaubt, damit das dumme Volk zu erziehen. Bevor es noch auf die Idee kommt, ein Viertes Reich auszurufen und einen neuen Weltkrieg zu launchen, gel?

  • der euro ist geschichte

    Würde der griechische Staat (und damit meine ich nicht die korrupten Politiker)), wie es ihm eigentlich zustände, sein eigenes Geld aus der Luft schöpfen und dieses Monopol NICHT den Privatbanken überlassen,müsste er es sich nicht für teures Geld = ZinsesZins borgen und die Griechen bräuchten dann ALLE KEINE Steuern zu bezahlen. Vor allem hätten sie dann KEINE SCHULDEN mehr.

    Ihr GANZES Leben würde dann nicht von der korrupten Politik, und schon gar nicht mehr von den korrupten Notenbanken bestimmt. Das einzigartige Betrugssysten hätte endlich ein Ende und die Krise wäre vorbei.

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