Germanwings-Absturz
US-Behörden wussten von Depression des Co-Piloten

Der Co-Pilot Andreas L. brachte vor einem Monat eine Germanwings-Maschine mit 150 Menschen absichtlich zum Absturz. Jetzt kommt heraus: die US-Behörden wussten bereits 2010 von den psychischen Problemen des Piloten.
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Washington/FrankfurtDer Copilot der Germanwings-Unglücksmaschine ist nach US-Angaben auch von der amerikanischen Luftfahrtbehörde FAA auf seine mentale Gesundheit kontrolliert worden. Nach Berichten in US-Medien vom Mittwoch soll der damalige Flugschüler Andreas L. in einem Fragebogen zur Pilotenlizenz 2010 zunächst psychische Vorerkrankungen verschwiegen, dann aber doch noch eingeräumt haben.

Auf Nachfragen habe er dann Dokumente vorgelegt, in denen ein deutscher Psychiater die Genesung seines Patienten von einer depressiven Episode bescheinigte. Dazu seien Medikamente eingesetzt worden, die nach und nach reduziert worden seien, hieß es. Die FAA stellte die gewünschte Lizenz für die USA schließlich aus.

Die Lufthansa wollte sich zu den mit Dokumenten unterlegten Veröffentlichungen unter anderem der „New York Times“ unter Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht äußern. Die Dokumente habe man auch erst durch die Veröffentlichungen der US-Medien kennengelernt, sagte ein Sprecher am Donnerstag.

Die französischen Ermittler verdächtigen L., den Absturz des Germanwings-Airbus am 24. März absichtlich herbeigeführt und 149 Insassen mit in den Tod gerissen zu haben. Zuvor soll er den Kapitän aus dem Cockpit ausgesperrt haben.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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