Geschäftszweig mit Prestige
Transplantationen als Wirtschaftsfaktor

Für den gesamten Gesundheitssektor haben Organverpflanzungen nur eine geringe kommerzielle Bedeutung. Doch bei den Umsätzen von einigen spezialisierten Krankenhäuser spielen diese Operationen eine große Rolle.
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FrankfurtOrgantransplantationen sind für die deutschen Krankenhäuser ein kleiner, aber sehr prestigeträchtiger Geschäftszweig. Erfolgreiche Transplantationen strahlen positiv auf das gesamte Image der Klinik ab, für Patienten sind sie die Königsklasse der medizinischen Disziplin.

Ihr Anteil an den Krankenhausausgaben ist aber gering: Nach Daten des Verbandes der gesetzlichen Krankenversicherung haben die gesetzlichen Kassen 2011 insgesamt 187 Millionen Euro für Transplantationen ausgegeben. Das entspricht 0,3 Prozent der gesamten Krankenhausausgaben von mehr als 60 Milliarden Euro.

Größer Kostenblock im Transplantationsbereich ist dabei mit 138 Millionen der Aufwand für die eigentliche Übertragung der Organe. Weitere 44 Millionen Euro haben die Kassen an die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) überwiesen, die als Koordinierungsstelle für Transplantationen in Deutschland fungiert. Aus deren Etat werden auch die Kosten für die Organentnahmen bei den Spendern bestritten.

Rund fünf Millionen Euro erhielt die Organisation Euro-Transplant. Sie koordiniert die Vermittlung von Spenderorganen auf internationaler Ebene für die Länder Deutschland, Österreich, Niederlande, Belgien, Luxemburg, Slowenien und Kroatien.

Nach Daten der DSO lag die Zahl der jährlichen Transplantationen in Deutschland zuletzt bei 4.932, stagniert im Großen und Ganzen aber seit fünf Jahren. Seit Jahren ist die Zahl der Patienten, die auf ein neues Organ warten, deutlich größer als die der zur Verfügung stehenden Spenderorgane. Bei Nierentransplantationen zum Beispiel ist laut Euro-Transplant die Warteliste gut doppelt so groß wie das Aufkommen an Organen.

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Große Umsätze für Transplantationszentren

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  • Das ist eben "der freie Markt".

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