Gescheiterte Spitzenkräfte
Merkel kritisiert hohe Manager-Abfindungen

Nach Bundespräsident Köhler nimmt nun auch Kanzlerin Angela Merkel die Manager ins Visier. In ihrer Auftaktrede des CDU-Bundesparteitags kritisierte sie hohe Abfindungen für gescheiterte Spitzenkräfte scharf. Dabei konnte sie sich auch einen Seitenhieb in Richtung Gerhard Schröder nicht verkneifen.

HB HANNOVER. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich auf dem CDU-Parteitag kritisch über hohe Gehälter und Abfindungen von Managern in Deutschland geäußert. „Warum wird mit Geld überschüttet, wer auf ganzer Linie versagt hat?“, sagte Merkel in Hannover. „Das untergräbt das Vertrauen in das soziale Gleichgewicht unseres Landes.“

Offenbar werde da nach dem Grundsatz verfahren, wenn ein amerikanischer Autoboss das Hundertfache seiner Arbeiter verdiene, müssten auch die deutschen Managergehälter entsprechend angehoben werden. Dem hielt Merkel die Einkommen der Manager japanischer Automobilkonzerne entgegen. „Dort verdient der Chef nur ungefähr das Zwanzigfache eines Arbeiters“, sagte die Kanzlerin. „Das ist in etwa das Doppelte eines deutschen Kanzlers - wenn er nicht gerade in der Schweiz Geschäfte für russisches Gas machen muss“, fügte Merkel mit einem Seitenhieb auf den jetzigen Job ihres Vorgängers Gerhard Schröder hinzu.

Erfolgreiche Produktion gebe es nur an erfolgreichen Standorten, und die gebe es nur, wenn es gerecht und verantwortungsbewusst zugehe. Die Kanzlerin räumte aber ein, dieser Bereich sei gesetzlich kaum zu regeln. Nötig sei jedoch eine unvoreingenommene und sensible Diskussion darüber. „Soziale Marktwirtschaft bedingt, dass die Menschen zusammengehören. Wenn uns das nicht mehr gelingt, fliegt uns der ganze Laden auseinander“, fuhr Merkel fort.

Auch Bundespräsident Horst Köhler hatte sich im » Handelsblatt-Interview zuletzt besorgt über ein Auseinanderklaffen in der Einkommensentwicklung und eine wachsende Entfremdung zwischen Unternehmen und Gesellschaft geäußert. Daraufhin verteidigten führende deutsche Manager die Höhe ihrer Gehälter.

Rüffel für Energiekonzerne

Besorgt zeigte sich Merkel auch über die steigenden Energiepreise. „Die steigenden Preise bei Öl, Gas und Strom sehe ich mit Sorge. Sie muten sehr vielen Menschen sehr viel zu“, sagte sie. Es müsse mehr Wettbewerb geben. „Der Verbraucher kann nicht ohnmächtiger Spielball von kaum oder gar nicht nachvollziehbaren Preisentwicklungen sein.“ Zugleich warb sie für eine nachhaltige Energieversorgung, um die Wirtschaft zu stärken und das Klima zu schützen.

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