Gesellschaftsformen
Union erwägt deutsches Pendant zur britischen Limited

Die Union erwägt, im Falle einer Regierungsübernahme eine neue Gesellschaftsform für Unternehmen einzuführen. Die so genannte Unternehmensgründergesellschaft (UGG) soll der beliebten britischen Unternehmensform "Limited Company" Konkurrenz machen. Das Ziel: Auch deutsche Existenzgründer sollen eine Gesellschaft ohne Stammkapital gründen können.

HB BERLIN. "Eine UGG könnte diejenigen zurückgewinnen, die zur schnellen Umsetzung ihrer Geschäftsideen ins Ausland gehen", heißt es in einem Strategiepapier des Wirtschaftsexperten der Union, Jürgen Gehb. "Ein neuer Gesellschaftstyp kann dazu beitragen, dass dem Bürger der Schritt in die Selbstständigkeit erleichtert wird."

Das Beispiel der Limited Company zeige, dass auch hier zu Lande ein Unternehmenstyp nachgefragt werde, der kein Mindeststammkapital erfordere, schreibt Gehb weiter. Für die Gründung einer Limited Company reicht ein Euro als Stammkapital. Für eine GmbH-Gründung sind dagegen 25 000 Euro notwendig.

Die "Financial Times Deutschland" berichtet unter Berufung auf Parteikreise, die Gesellschaft sei zwar grundsätzlich für Existenzgründer gedacht. Ein Zwangswechsel zur GmbH zu einem späteren Zeitpunkt sei aber nicht vorgesehen. Den Gesellschaftern stehe frei, auch langfristig bei der Gesellschaftsform zu bleiben.

Im Gegenzug plant die Union, neue Haftungsregeln für Firmengründer einzuführen. "Der Verzicht auf das Stammkapital muss selbstverständlich durch andere Instrumente des Gläubigerschutzes aufgefangen werden", heißt es in dem Gehb-Papier. "Vorstellbar ist ein Katalog von Tatbeständen, die zur persönlichen Haftung der Gesellschafter führen".

Rot-Grün hatte zuletzt eine Gesetzesinitiative gestartet, um die Unternehmensgründung zu erleichtern. Die angestrebte Senkung des Startkapitals für GmbH von 25 000 auf 10 000 Euro war Ende Juni aber am Widerstand der Union gescheitert. CDU/CSU hatten seinerzeit zwar eine Herabsetzung des GmbH-Mindestkapitals grundsätzlich befürwortet, aber ein umfassenderes Reformpaket gefordert.

Die britische Limited erlebte in den vergangenen Monaten einen regelrechten Boom in Deutschland. Mehr als 20 000 Firmen sollen sich bereits unter dieser Rechtsform haben registrieren lassen. Den Weg dazu ebnete der Europäische Gerichtsform seit dem Jahr 1999. In mehreren Urteilen legten die Richter fest, dass es gegen die Niederlassungsfreiheit verstößt, wenn Firmen, die in einem Mitgliedsstaat registriert sind, nicht in einem anderen Eu-Staat Geschäfte machen dürfen.

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