Gesetzentwurf

Bundesregierung will einer Immobilien-Blase entgegenwirken

Die Bundesregierung schließt offenbar nicht aus, dass der Immobilienmarkt überhitzt. Für diesen Fall will sie sich nun einen Werkzeugkasten zulegen. Der Entwurf soll noch in dieser Wahlperiode verabschiedet werden.
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Ob irgendwann konkrete Regeln erlassen würden, hänge von der Marktentwicklung ab, hieß es in der Regierung. Quelle: dpa
Haus zu verkaufen

Ob irgendwann konkrete Regeln erlassen würden, hänge von der Marktentwicklung ab, hieß es in der Regierung.

(Foto: dpa)

BerlinDie Bundesregierung legt sich einen Werkzeugkasten gegen eine mögliche Überhitzung des deutschen Immobilienmarktes zu. In der Bundesregierung hieß es am Montag in Berlin, mit dem Gesetzentwurf sollten entsprechende Empfehlungen des deutschen Ausschusses für Finanzstabilität aus dem vergangenen Jahr umgesetzt werden. Zurzeit sei eine Immobilienblase nicht in Sicht, es sei aber richtig, Vorsorge für den Fall zu schaffen, dass es zu Fehlentwicklungen komme. In einer solchen Situation könnten die Hürden für neue Kredite dem Gesetzentwurf zufolge per Rechtsverordnung des Bundesfinanzministeriums erhöht werden.

Der Gesetzentwurf sieht vor, dass bei einer Marktüberhitzung eine Obergrenze für den Fremdfinanzierungsanteil bei einem Immobilienkauf festgelegt werden kann. Außerdem kann ein Zeitraum fixiert werden, in dem ein gewisser Anteil eines Kredites zurückgezahlt werden müsste. Auch eine Grenze für die Schuldentragfähigkeit eines Kreditnehmers bezogen auf sein Einkommen könnte definiert werden. Möglich wäre zudem, dass eine Mindestrückzahlung vereinbart werden müsste – tilgungsfreie Kredite wären dann nicht mehr möglich. Der Gesetzentwurf soll noch in dieser Wahlperiode verabschiedet werden.

Wo Wohnungen am teuersten sind
Platz 10: Baden-Baden
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Nicht nur die Miet- und Baupreise sind angestiegen – auch Eigentumswohnungen in Deutschland werden immer teurer. Gegenüber dem Vorjahr haben die Preise 2016 um gut 6 Prozent zugelegt. Ein Grund für den rasanten Anstieg ist der Wohnraummangel, vor allem in den Großstädten. Auf Platz 10 der teuersten Eigentumswohnungen liegt Baden-Baden: Dort kostet ein Quadratmeter 3000 Euro. Ebenso hoch ist der Quadratmeter-Preis in der Studentenstadt Münster.

Alle Preise beziehen sich auf schon bestehende Wohnungen im mittleren Preissegment.

Quelle: IVD-Preisspiegel Wohneigentum 2016/2017

Platz 9: Heidelberg
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Noch höher als in Baden-Baden und Münster ist der Quadratmeterpreis in Heidelberg: 3225 Euro kostet er dort im Durchschnitt – die Studentenstadt landet somit auf Platz 9.

Platz 8: Hamburg
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Hamburg gehört zu den begehrtesten Metropolen Deutschlands. Hier kostet der Quadratmeter für eine Eigentumswohnung 3400 Euro – ebenso wie in Köln. In Top-Lagen wie der Hafencity (im Bild) dürfte der Preis deutlich höher sein.

Platz 7: Konstanz
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Wohnlagen am Wasser sind gefragter denn je – nicht nur an der Küste, sondern auch am südlichsten See Deutschlands. In Konstanz am Bodensee kostet der Quadratmeterpreis 3450 Euro.

Platz 6: Düsseldorf
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Auch die Preise in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt sind gigantisch hoch. Der Quadratmeter in mittlerer Lage in Düsseldorf kostet 3550 Euro – und liegt damit nur 50 Euro über dem von Frankfurt und St. Peter Ording. Frankfurt verzeichnet übrigens den stärksten Preisanstieg: Eigentumswohnungen haben sich um fast 19 Prozent verteuert im Vergleich zu 2015.

Platz 5: Stuttgart
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Der Preis für Eigentumswohnungen in Stuttgart liegt bei 3650 Euro pro Quadratmeter – und damit nur 100 Euro vor Düsseldorf.

Platz 4: Binz/Rügen
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Die Ostsee mit ihren langen Stränden und dem milden Klima lockt viele Deutsche – und nicht nur zum Urlauben. Für eine Eigentumswohnung müssen Strandliebhaber allerdings tief in die Taschen greifen: Der Preis liegt in Binz auf der Insel Rügen bei 3800 Euro pro Quadratmeter.

Für Kleinkredite solle eine Bagatellgrenze geschaffen werden, hieß es weiter in der Bundesregierung. Auch Darlehen zur Finanzierung von Renovierungen und Sanierungen blieben unberücksichtigt, ebenso Anschlussfinanzierungen und der soziale Wohnungsbau. In bestehende Kredite solle nicht eingegriffen werden. Außerdem sei vorgesehen, dass Banken in einem begrenzten Rahmen außerhalb der Regeln Immobilienkredite vergeben dürften, wenn dadurch die Stabilität des Instituts nicht gefährdet würde.

Ob irgendwann konkrete Regeln erlassen würden, hänge von der Marktentwicklung ab, hieß es weiter in der Regierung. Die Bundesbank und die Finanzaufsichtsbehörde BaFin würden dazu die Marktlage fortlaufend prüfen. Dem Ausschuss für Finanzstabilität gehören Vertreter des Finanzministeriums, der Bundesbank und der Bafin an. Das Gremium hatte Mitte 2015 zusätzliche Eingriffsrechte der Aufsichtsbehörden zur Verhinderung einer kreditgetriebenen Überhitzung am Immobilienmarkt empfohlen. Dadurch solle eine Gefährdung der Finanzstabilität aus einer übermäßigen Verschuldung und aus Preisblasen am Immobilienmarkt begrenzt werden. In der Regierung hieß es, Beispiele wie Irland oder Spanien zeigten, dass es richtig sei, sich einen solchen Werkzeugkasten vorsorglich zuzulegen.

  • rtr
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3 Kommentare zu "Gesetzentwurf: Bundesregierung will einer Immobilien-Blase entgegenwirken"

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  • Herr Grande,

    so entschulden sich dann die Länder, Städte u. Kommunen. Dem wird so sein. Die Sparer enteignet man vollends.

    Und den Politikern ist es egal. Die brauchen keinee Spargroschen und Rücklagen u. auch keine Altersversorgung.

    Die leben von unseren Steuern.

  • Solange es diese marktfeindliche CO2 Verbotspolitik gibt solange wird es keine Wirtschaftserhohlung und somit keine Zinspolitik der EZB und Fed mehr geben. Und solange man keine Zinsen für sein Erspartes bekommt wird man in Gold, Aktien oder auch Immobilien Wert ausweichen.
    Gold ist gesättigt. Aktien sind durch den Unternehmen und Staatsanleihen Aufkauf der EZB extrem gefährdet. Was bleibt...ist die Hoffnung in Immobilien Werte den Wirtschaftlichen und Finanzellen Zusammenbruch zu überstehen.
    Also einfach den EURO in die Insolvenz schicken und dann neu durchstarten. Ein Schrecken mit Ende als einen Schrecken ohne Ende. Die Insolvenz steht für den Euro eh schon fest. Um so länger man wartet um so größer wird der Schaden.

  • Süß, was unsere Regierung alles so tut, um uns zu "schützen". Danke Frau Merkel. Schon einmal etwas von Marktpreisbildung gehört?
    Richtig wäre es dagegen, sich in der EU endlich adäquat zu den von uns geleisteten Nettozahlungen durchzusetzen und bei der EZB einen Bundesbanker als Vorsitz zu etablieren, aber da fehlt Mutti halt das Verhandlungsgeschick und sie kümmert sich lieber um Schwachsinn wie die Krim, die Energiewende oder sie prescht zur Gefahr aller bzgl. der Flüchtlinge vor.
    Denn der Häusermarkt ist NUR mangels Alternativen überhitzt, da uns der senile Opa Draghi seit Jahren Negativzinsen in Verbindung mit (in Wahrheit) hoher Inflation beschert.
    Das ist nichts Anderes als die größtangelegteste Volksenteignungsaktion der Geschichte und nichts passiert.

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