Gesetzentwurf
Schröder will die Frauenquote - und zwar sofort

Familienministerin Kristina Schröder (CDU) will die ewige Debatte um eine Frauenquote mit einem Machtwort beenden. „Entweder es passiert gar nichts, weil wir uns streiten“, sagt Schröder. „Oder wir gehen meinen Weg.“
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BerlinWenige Tage vor der Präsentation einer parteiübergreifenden Initiative für mehr Frauen in Spitzenjobs hat Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) ein Ende der koalitionsinternen Debatte gefordert. Schwarz-Gelb stehe an einer Weggabelung, sagte Schröder dem in Berlin erscheinenden „Tagesspiegel am Sonntag“. Grünen-Fraktionschefin Renate Künast kritisierte die Äußerung der Ministerin.

„Entweder es passiert gar nichts, weil wir uns streiten“, sagte Schröder. „Oder wir gehen meinen Weg.“ Ihr Vorschlag einer gesetzlich vorgeschriebenen Selbstverpflichtung der Firmen sei angesichts widerstrebender Meinungen innerhalb der Koalition „der einzige, der eine Chance hat, in dieser Legislaturperiode durchzukommen“.

Nach Angaben Schröders sieht ihr Gesetzentwurf „sehr empfindliche Sanktionen“ für Firmen vor, welche die selbst gesetzte Quote verfehlen. Sie wolle das Gesetz „mit scharfen Schwertern“ ausstatten, sagte die Ministerin. „Wir reden hier von der Unwirksamkeit von Vorstandsbestellungen, von der Anfechtbarkeit der Wahl des Aufsichtsrates und von Millionenstrafen.“

Schröder wurde in der Debatte um die Frauenquote auch in der eigenen Partei ein zu nachgiebiger Kurs vorgeworfen. Ihre Parteikollegin, Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU), befürwortete zum Beispiel eine gesetzliche Frauenquote von 30 Prozent. Am Donnerstag will eine parteiübergreifende Gruppe weiblicher Abgeordneter ihre Initiative für Frauen in Führungspositionen vorstellen. Unter ihnen ist auch die CDU-Politikerin Rita Pawelski, die in den vergangenen Wochen gegen Schröders Kompromisskurs bei dem von der CSU geforderten Betreuungsgeld opponierte - eine Unterstützung für Eltern, die ihre Kinder nicht voll in der Kita betreuen lassen.

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Künast vergleicht Ministerin Schröder mit Altkanzler

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  • In Zeiten, in denen Radikalfeministinnen wie vdLeyen in bester marxistischer Tradition Gleichstellung von oben verordnen wollen, mutet die "Flexiquote" einer Frau Schröder geradezu als blasser Hoffnungsschimmer einer bürgerlich-liberalen Gesellschaft an. Allerdings erhebt auch eine solche "Flexiquote" das Geschlecht zum Auswahlkriterium, und dies, um zu erreichen, dass das Geschlecht eben keine Rolle mehr spielen soll. Nun ja...

    Das "Ob" des staatlichen Handlungsauftrages darf gar nicht mehr hinterfragt werden. Die mangelnde Repräsentanz von Frauen in Führungsebenen ist einzig und allein eine Ursache von Diskriminierung. Das ist herrschende Lehre. Andere Ursachen dürfen (öffentlich) nicht mehr erwogen werden; denn dies allein wäre "frauenfeindlich" und ein Zeichen "undemokratischer" und "reaktionärer" Gesinnung.

    Die Älteren dürften sich an längst vergangene Zeiten erinnert fühlen.

  • Es gibt mit Sicherheit genau so viel gute fähige Frauen wie Männer. Muss es daher eine Quote sein? Ich denke nein, denn jede fähige Frau würde dadurch beleidigt.

  • Das ist eine Bilderbuchblondine auf die sämtliche Klischees passen. Die hat Narrenfreiheit.

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