Gesetzentwurf
Weniger rechtliche Betreuer für Kranke und Behinderte

Papierkram, Behördengänge, Geldgeschäfte – das überfordert viele Alte und Kranke. Deshalb haben viele einen rechtlichen Betreuer an ihrer Seite. Die Regierung will das nun eindämmen und auf andere Hilfen setzen.
  • 0

BerlinMehr Selbstbestimmung statt Bevormundung: Psychisch Kranke oder geistig Behinderte sollen in Zukunft nicht mehr so häufig vom Gericht einen Betreuer zur Seite gestellt bekommen. Das Bundeskabinett brachte dazu am Mittwoch einen Gesetzesentwurf auf den Weg. Derzeit haben rund 1,3 Millionen Menschen in Deutschland einen rechtlichen Betreuer. Die Bundesregierung will diese Zahl senken und dafür sorgen, dass Betroffene mehr andere Unterstützung bekommen.

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) sagte, die Zahl der Betreuungsfälle steige seit Jahren an und habe sich in den vergangenen 20 Jahren verdreifacht. „Jede Betreuung greift in das Selbstbestimmungsrecht des Betroffenen ein“, betonte sie. „Betreuungen müssen daher auf das wirklich Erforderliche beschränkt werden.“ Ein Betreuer dürfe nur bestellt werden, wenn andere Hilfen nicht ausreichten.

Die Gerichte ordnen eine Betreuung Erwachsener an, wenn diese wegen einer psychischen Krankheit oder einer geistigen oder körperlichen Behinderung im Alltag überfordert sind und ihre Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht selbst regeln können. Oft handelt es sich um alte Menschen.

Früher wurden diese Betroffenen komplett entmündigt und bekamen einen Vormund. Seit einigen Jahren gibt es jedoch eine andere Praxis: Je nach Beeinträchtigung helfen die Betreuer heute bei der Organisation des kompletten Alltags oder auch nur bei einzelnen Bereichen wie Vermögensverwaltung, Wohnungsangelegenheiten oder Gesundheitsfragen.

Seite 1:

Weniger rechtliche Betreuer für Kranke und Behinderte

Seite 2:

Intensivere Prüfungen

Kommentare zu " Gesetzentwurf: Weniger rechtliche Betreuer für Kranke und Behinderte"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%