Gesetzliche Auflagen treiben die Preise
Für Unternehmen wird der Müll teuer

Deutschlands Gewerbebetriebe müssen sich darauf einstellen, dass sich die Preise für die Müllentsorgung ab dem 1. Juni deutlich erhöhen. „Wer etwa in Nordrhein-Westfalen bislang seinen Abfall deponieren ließ, wird künftig 200 Prozent mehr bezahlen müssen“, sagte Bernd Schönmackers, Vorstandsmitglied des Bundesverbands der Deutschen Entsorgungswirtschaft (BDE).

DÜSSELDORF. Auslöser für die drastischen Preissteigerungen ist die vor zwölf Jahren beschlossene „Technische Anleitung Siedlungsabfall“, kurz Tasi, die in fünf Wochen in Kraft tritt. Müll darf ab 1. Juni nur noch deponiert werden, wenn er zuvor in einer Müllverbrennungsanlage oder mechanisch-biologisch vorbehandelt wird. Bei Verstößen drohen Strafen.

Kostete die Mülldeponierung je Tonne bislang rund 50 Euro, rechnet der BDE für die Abfallbeseitigung ab Juni mit Preisen bis zu 160 Euro. „Wir geben damit lediglich die Kosten für politisch gewünschte Zusatzanpassungen an die Kunden weiter“, sagte Verbandsvorstand Schönmackers. Ein Sprecher des Bundesumweltministeriums sagte, die Erhöhungen träfen nun die Unternehmen, die sich nicht frühzeitig um das Problem gekümmert hätten.

Den jährlich 30 Millionen Tonnen Haushalts- und Gewerbeabfall stehen derzeit zudem nur Entsorgungskapazitäten von 26 Millionen Tonnen gegenüber. Die Entsorgungsengpässe seien jedoch beherrschbar, heißt es beim Marktführer Rethmann-Remondis.

Doch die Zweifel daran wachsen. Das bayerische Umweltamt berichtete am Montag, Kommunen hätten bereits Anträge auf Zwischenläger gestellt. In Ostdeutschland und Baden-Württemberg sei die Situation sogar noch prekärer, heißt es bei der Umweltberatungsfirma Haase + Naundorf.

Die Privathaushalte werden dagegen vom Start der Tasi-Bestimmungen wenig spüren. Beim Hausmüll haben die Kommunen ihre Gebühren bereits im Januar angepasst.

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