Deutschland
Gesetzliche Kassen verweigern Beitragssenkung

Mehrere gesetzliche Krankenkassen rebellieren offenbar gegen die zum 1. Juli gesetzlich vorgeschriebenen Beitragssenkungen. Das Bundesversicherungsamt soll die Ausnahmen bereits genehmigt haben.

HB HAMBURG. Mehrere gesetzliche Krankenkassen werden sich zum 1. Juli nicht an die gesetzliche Vorgabe halten, ihren allgemeinen Beitragssatz um 0,9 Prozentpunkte zu senken. Das berichtet die “Bild“-Zeitung (Donnerstagausgabe) unter Berufung auf Angaben des Branchen- Informationsdienstes Krankenkassennetz.de.

Demnach werde die IKK Westfalen mit ihrem Satz lediglich um 0,6 Prozentpunkte und die BKK Gruner + Jahr nur um 0,5 Prozentpunkte heruntergehen. Bei der Logistik BKK seien es 0,4 Punkte und bei der BKK EVS und der BKK Schütte gerade einmal 0,1 Prozentpunkt. Wie die Umfrage ergeben habe, seien diese Ausnahmen bereits vom Bundesversicherungsamt genehmigt worden, schreibt das Blatt. Die BKK BPW Wiehl werde ihren Beitrag sogar überhaupt nicht senken.

Der Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen, Eberhard Wille, rechnet 2005 wie die Krankenkassen mit einem Finanzloch in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Das zu erwartende Defizit werde aber weniger hoch sein als die von den Kassen prognostizierten vier Milliarden Euro, sagte Wille dem „Tagesspiegel.“

Als Grund für das Defizit nannte auch Wille die Wachstumsschwäche der beitragspflichtigen Einnahmen infolge der wirtschaftlichen Entwicklung sowie einen Anstieg der Arzneimittelkosten. Dennoch seien zum Jahresende stabile Beitragssätze zu erwarten.

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