Gespräch im Bundeswirtschaftsministerium
Energiechefs versprechen mehr Transparenz

Bei einem Treffen mit Spitzenmanagern der vier großen Energieversorger hat Bundeswirtschaftsminister Michael Glos mehr Transparenz bei den Strompreisen eingefordert. Im Gegenzug sagte er den Energieunternehmen Unterstützung gegen die Zerschlagungspläne der EU zu.

juf BERLIN/DÜSSELDORF. „Ich hatte den Eindruck, dass die Chefs der Stromkonzerne daran interessiert sind, aus dem Zwielicht herauszukommen, in das sie hereingebracht worden sind, und dass sie das offensiv angehen wollen, in aller erster Linie durch mehr Transparenz“, sagte Bundeswirtschaftsminister Michael Glos nach dem Gespräch mit den vier großen Energieversorger im Wirtschaftsministerium.

Gleichzeitig sagte er seine Unterstützung beim Kampf gegen die Pläne der EU-Kommission zur Zerschlagung der Versorger zu. Man werde sich gegen Überlegungen wehren, den Energiekonzernen die Hoheit über deren Strom- und Gasnetze zu nehmen. „Ich bekenne mich zu starken Energiekonzernen“, hob Glos hervor. Er sei sehr froh, dass es solche in Deutschland gebe.

An dem Treffen nahmen die Vorstandsvorsitzenden von RWE, Jürgen Großmann, Energie Baden-Württemberg (EnBW), Hans-Peter Villis, und Vattenfall Europe, Hans-Jürgen Cramer, teil. Eon-Chef Wulf Bernotat war verhindert, ließ sich aber von Chief Operating Officer Johannes Teyssen vertreten.

Der Termin für das Gespräch war schon vor Wochen angesetzt worden. Ursprünglich wollte Glos mit den Managern vor allem eine einheitliche Linie im Kampf gegen die von der EU-Kommission geforderte Entflechtung der Stromkonzerne finden. Zudem standen die Themen Ausbau der Netze und Kuppelstellen sowie Investitionen in Kraftwerke auf der Tagesordnung. Das Gespräch bekam durch die neuerliche Kritik an der Marktmacht der großen Konzerne aber eine zusätzliche Bedeutung. Eon und RWE stehen im Kreuzfeuer von Verbraucherschützern, Wettbewerbshütern und Politikern, seit sie vor kurzem angekündigt haben, die Strompreise im Januar zu erhöhen.

Die Stromkunden sowohl in der Industrie als auch in den Privathaushalten sollten stärkeren Einblick in die Preisgestaltung erhalten, um „das Gegeneinander in der Öffentlichkeit“ aufzulösen, erklärte Glos am Donnerstag. Zuvor hatte auch schon Bundeskanzlerin Angela Merkel mehr Transparenz eingefordert.

Für RWE-Chef Großmann war das Treffen auch eine Gelegenheit noch einmal für seinen Vorschlag zu werben, mit Politik und Verbrauchern über einen Energiepakt zu diskutieren. Er hatte in der vergangenen Woche alle Beteiligten aufgerufen, die hitzige Debatte zu beenden und sich wieder zu sachlichen Gesprächen zusammen zu setzen.

Glos sagte am Donnerstag, es solle künftig eine intensivere Kommunikation mit den Energiekonzernen geben. „Wir haben ausgemacht, dass wir verstärkt im Gespräch bleiben“, kündigte der Wirtschaftsminister an. Es gehe darum, die anspruchsvollen Ziele besonders des Klimaschutzes, zu verwirklichen. „Das können wir besser in einer Zusammenarbeit als in einem Gegeneinander.“

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