gespräch mit dem Kanzler am Dienstag
Bsirske will 7,50 Euro Mindestlohn pro Stunde

Die Gewerkschaft Verdi hat sich für einen einen gesetzlichen Mindestlohn von 7,50 € pro Stunde ausgesprochen. Über das Thema werde sicher auch bei dem Treffen der Gewerkschaften mit Bundeskanzler Gerhard Schröder am Dienstag gesprochen werden.

HB BERLIN. Der Chef der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, setzt auf einen kritisch-konstruktiven Dialog mit Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD). „Das bedeutet: Sich weiterhin kritisch mit der sozialen und volkswirtschaftlichen Ausrichtung der rot-grünen Politik auseinander zu setzen und zugleich den Dialog über gemeinsame Handlungsfelder zu suchen“, sagte Bsirske der Tageszeitung „Die Welt“ (Donnerstag). Als Beispiel nannte er unter anderem die Themen Mindestlohn, Bürgerversicherung, Bildung und Innovation.

Mit Blick auf das Spitzengespräch mit Schröder am kommenden Dienstag sagte Bsirske: „Ich glaube, dass es wenig bringt, wenn man sich zum fünfzehnten Mal aufzählt, was an der Agenda 2010 gut oder schlecht ist. Wir müssen schauen, wo gemeinsame Handlungsfelder bestehen.“ Bsirske nannte auch eine Zahl zur Höhe des Mindestlohnes: „Wir sollten uns an den Industrienationen um uns herum orientieren. Denkbar wäre zum Beispiel ein Stundenlohn von 7,50 €, damit lägen wir zwischen Luxemburg und beispielsweise Großbritannien und Frankreich.“

Die stellvertretende DGB-Vorsitzende, Ursula Engelen-Kefer, rechnet noch in diesem Jahr mit einer Einigung beim Thema Mindestlohn. „Ich bin guten Mutes, dass wir im Spätherbst hier eine gemeinsame Lösung finden werden“, sagte sie am Donnerstag im RBB-Inforadio. Ein Mindestlohn könne „in einzelnen Fällen natürlich hilfreich“ sein. Vielfach werde ja „weit unter Tarif oder unter ortsüblichen Löhnen gezahlt“. „Deshalb wäre es sicher vernünftig, hier eine untere Auffanglinie einzuziehen.“ Allerdings dürfe dabei nicht die Tarifautonomie gefährdet werden.

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