Gespräch mit Detlef Wetzel
IG Metall macht gegen Jobabbau mobil

Die IG Metall hat der Industrie mit Protesten gedroht, sollte diese angesichts der verschärften Konjunkturkrise auf Entlassungen umschalten.

BERLIN. "Bisher haben wir einen gesellschaftlichen Konsens, dass die Unternehmen in dieser Krise soweit wie irgendmöglich nicht mit Entlassungen reagieren, sondern andere Puffer wie die Kurzarbeit nutzen", sagte IG-Metall-Vize Detlef Wetzel dem Handelsblatt. Diesen Konsens dürften die Unternehmen nicht gefährden. Andernfalls "werden wir uns in dieser Gesellschaft sehr streitig damit auseinander setzen", warnte er. "Die Arbeitnehmer werden sich das so nicht gefallen lassen."

Hintergrund sind die Pläne einer zunehmenden Zahl von Unternehmen, mit Personalabbau auf die Rezession zu reagieren. So hatte die Heidelberger Druckmaschinen AG angekündigt, ihr Sparprogramm massiv zu verschärfen und im Zuge dessen 5 000 von 20 000 Stellen zu streichen - auch per Kündigung. In der Stahlindustrie will Thyssen-Krupp im Zuge eines Konzernumbaus massiv Stellen streichen. Damit verdichten sich Hinweise, dass die in vielen Branchen bereits stark genutzte Kurzarbeit die Flaute nicht mehr kompensieren kann.

"Wenn dieser Damm jetzt brechen würde, wäre das ein verheerendes Signal für unsere Gesellschaft", warnte Wetzel. Schließlich könnten die Arbeitnehmer "am allerwenigsten dafür, dass wir es überhaupt mit einer solchen Krise zu tun haben", sagte er.

Bereits am Dienstag will die Gewerkschaft eine große Kampagne starten, mit der sie sich für mehr Mitsprache der Arbeitnehmer einsetzt. Dazu gehört eine Fragebogenaktion, mit der die IG Metall zehntausende Bürger einlädt, ihre Vorstellungen von einem "besseren Leben" zu formulieren. "Wir wollen mit unseren Themen den öffentlichen Raum erobern", schreibt die IG Metall in einem Konzeptpapier, das ihre Strategie bis zur Bundestagswahl skizziert.

Dietrich Creutzburg
Dietrich Creutzburg
Handelsblatt / Korrespondent
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