_

Gespräch mit Papandreou: Merkel will Wirtschaft Griechenlands konkret stärken

Die öffentliche Verwaltung Griechenlands steht der Wirtschaft im Weg. Im Gespräch mit Ministerpräsident Papandreou lotete Kanzlerin Merkel die Wirtschaftsbereiche aus, die von einer konkreten Hilfe profitieren werden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Griechenlands Ministerpräsident Giorgos Papandreou Quelle: dapd
Bundeskanzlerin Angela Merkel und Griechenlands Ministerpräsident Giorgos PapandreouQuelle: dapd

BerlinDeutschland will Griechenland möglichst konkret bei der Bewältigung seiner schweren Wirtschafts- und Schuldenkrise helfen. Beim Abendessen von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Griechenlands Ministerpräsident Giorgos Papandreou sei sehr spezifisch über Hilfen in den Sektoren Energie, Privatisierung, Verwaltungsreform und der Bildung eines Katasteramts in Griechenland gesprochen worden, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstagabend aus Teilnehmerkreisen. Einzelheiten wurden nicht genannt. Das Gespräch habe in einer „sehr vertrauensvollen“ Atmosphäre stattgefunden.

Anzeige

Hintergrund sind die massiven Probleme in der öffentlichen Verwaltung Griechenlands, die als einer der Hauptgründe für die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit des Landes angesehen werden. Papandreou hatte am Dienstag auch Gespräche beim Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) geführt.

Im Oktober will Wirtschaftsminister Philipp Rösler mit einer Delegation nach Athen reisen, um vor Ort auszuloten, wo deutsche Regierung und Firmen helfen können. Ein Wirtschaftsaufschwung und ein künftig funktionierendes Steuersystem gelten als Voraussetzung dafür, damit Griechenland aus seiner Verschuldungsspirale herauskommt und eine Insolvenz vermieden werden kann.

Papandreou hatte zuvor erneut die Bereitschaft seines Landes beteuert, alle von der internationalen Troika gesetzten Reform-Auflagen zu erfüllen. Dabei lehnte er in einer Pressekonferenz mit Merkel auch eine Änderung der von der Troika aus IWF, EZB und EU-Kommission gesetzten Ziele ab. „Die Bedingungen haben sich wegen der Rezession geändert. Aber die Ziele bleiben“, betonte er.

So wolle das Land 2012 erstmals wieder einen ausgeglichenen Primär-Haushalt vorlegen. „Es ist aber sehr wichtig, von unseren europäischen Partnern ein Signal der Unterstützung zu bekommen.“

Merkel betonte, dass Deutschland ein starkes Griechenland wolle. „Wir werden alles tun, was dafür nötig ist.“ Das Land müsse aber die Auflagen erfüllen, um ein positives Urteil der Troika zu erhalten. Dies ist Voraussetzung für weitere Hilfskredite an das hoch verschuldete Land. Deutschland werde dem Urteil der Troika folgen, betonte die Kanzlerin.

  • 28.09.2011, 05:11 UhrAnonymer Benutzer: RogueTrader

    Suedeuropa vs Nordeuropa: The clash of cultures!
    Die Suedeuropaer wollen alles haben ohne dafuer die Leistung zu erbringen. Streiken ohne Ende;...das wird die Wirtschaft Griechenlands konkret staerken!!!
    Jetzt soll Deutschland seinen Lebensstandard weiter nach unten schrauben um den Griechen Pensionen und Renten zu erhalten.

  • 28.09.2011, 04:58 UhrAnonymer Benutzer: Neutral

    Das ist der richtige Ansatz - man muss, auch im Eigeninteresse, helfen, dass das Land wieder auf die Beine kommt. Mit Stammtischparolen loest man keine Probleme! "Wutbuerger" sind hier fehl am Platze.

  • 28.09.2011, 03:16 UhrAnonymer Benutzer: lowabras

    Die, welche schon im eigenen Land versagen, maßen sich an, woanders Ratschläge zu geben, lächerliche Politclowns allesamt!
    Die Deutschen wären froh, sie würde gleich dort bleiben!

  • Die aktuellen Top-Themen
Die Linke: Ulrich Maurer greift Parteispitze an

Ulrich Maurer greift Parteispitze an

In der Linken mehrt sich der Protest gegen die Parteispitze und den Zustand der Partei. Fraktionsvize Ulrich Mauer fordert eine radikale Verjüngungskur - und mehr Frauen. Denn in diesem Punkt hapert es gewaltig.

Gastkommentar: Die CDU muss weiter nach links rücken

Die CDU muss weiter nach links rücken

Nach der NRW-Wahl muss die Union neue Prioritäten setzen: Sie muss auf die Sorgen der Menschen reagieren. Sonst verliert sie noch mehr Vertrauen - und ihren Status als Volkspartei.

Studie: Bei Übernahmeschlachten gewinnt der Verlierer

Bei Übernahmeschlachten gewinnt der Verlierer

Wenn zwei Unternehmen um ein anderes streiten, bedeutet das oft nicht Gutes für den Gewinner. Denn bei Übernahmen können die Sieger die Erwartungen oft nicht erfüllen. Profiteur ist - der Verlierer.