Gespräch über Islam
Köhler lädt Papst zu Deutschlandbesuch ein

Bundespräsident Horst Köhler ist von Papst Benedikt XVI. zu einer Privataudienz im Vatikan empfangen worden. Köhler nutzte die Gelegenheit, den Papst zu einem offiziellen Deutschlandbesuch einzuladen.

HB ROM. „Der Heilige Vater hat sich über die Einladung gefreut, und das hat mich wiederum gefreut“, berichtete Köhler nach einem gut halbstündigem Gespräch mit dem Kirchenoberhaupt in Rom. Über einen Termin habe man jedoch nicht gesprochen, fügte Köhler hinzu. Ein weiteres Thema sei der Dialog mit dem Islam gewesen. Es war der erste Besuch Köhlers beim Papst seit dessen Amtsantritt im April 2005.

Benedikt war bereits im Sommer vergangenen Jahres beim Weltjugendtag in Köln und im September zu einem Besuch in seiner bayerischen Heimat. Ein offizieller Deutschlandbesuch steht allerdings aus. Mit Blick auf einen möglichen Termin meinte Köhler, man wolle Benedikt „nicht drängen“, man wolle über einen „angemessenen Termin“ nachdenken.

Zum Thema Islam meinte Köhler, für die westlichen Gesellschaften gelte es durch einen echten Dialog „Glaubwürdigkeit zu gewinnen“. Der jüngste Brief namhafter islamischer Geistlicher an den Papst gebe Anlass zur Hoffnung. Der Bundespräsident habe dem aus Bayern stammenden Pontifex über die Situation der Muslime in Deutschland berichtet, sagte eine Sprecherin nach dem Treffen in Rom. Beide seien sich einig gewesen, dass der Dialog mit den Muslimen geduldig fortgesetzt werden müsse.

Der Bundespräsident bezeichnete die Unterredung nach Angaben der Sprecherin als „außerordentlich erfüllendes Gespräch“. Weitere Themen seien die Situation des Glaubens in Deutschland, die Entwicklungshilfepolitik und die Armutsbekämpfung – insbesondere in Afrika – gewesen. Am Abend wollten der Papst und Köhler ein Konzert des Philharmonischen Quartetts Berlin im Vatikan anhören. Der Bundespräsident hatte Benedikt das Konzert zum „Geschenk“ gemacht, als der Papst im August 2005 zum Weltjugendtag in Köln war.

Köhler und das Kirchenoberhaupt haben sich schon mehrfach getroffen. Das Verhältnis zwischen beiden gilt als offen und herzlich. Der im vergangenen Jahr gewählte Papst war in seiner Amtszeit bereits zwei Mal zu Besuch in Deutschland gewesen. Vergangenes Jahr war er zum Weltjugendtag nach Köln gekommen. Zuletzt hat er im September Stätten seiner Jugend und seines früheren theologischen Wirkens in Bayern bereist. Gemutmaßt wurde, dass es sich um einen Abschiedsbesuch des 79-jährigen Joseph Ratzinger in seiner Heimat gehandelt haben könnte.

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