Gespräche geplant
Gabriel gegen Zerschlagung von Vattenfall in Deutschland

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) will mit Schweden über die Pläne von Vattenfall sprechen. Das Energie-Unternehmen hatte angekündigt, sich aus den deutschen Braunkohle-Aktivitäten zurückzuziehen.
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Berlin/DüsseldorfBundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel will sich in Schweden für die Beschäftigten der zum Verkauf gestellten deutschen Braunkohlegeschäfte von Vattenfall stark machen. Gabriel wolle mit dem neuem schwedischen Regierungschef Stefan Löfven über die Verkaufspläne sprechen, hieß es in einem Reuters vorliegenden Papier des Ministers.

Eine Zerschlagung dürfe es nicht geben. Vattenfall habe in der Vergangenheit profitable Geschäfte gemacht und daher auch eine besondere Verantwortung für den Erhalt der Arbeitsplätze und eine sichere und bezahlbare Energieversorgung in Deutschland. Der Staatskonzern hatte Ende Oktober angekündigt, das deutsche Braunkohlegeschäft mit über 8000 Beschäftigten zu verkaufen.

„Ich bin sicher, dass sich die schwedische Regierung und Stefan Löfven ihrer Verantwortung bewusst sind“, heißt es in dem Papier. Gabriel plädiert dafür, die Wasserkraftgeschäfte von Vattenfall in Deutschland, den Braunkohletagebau und die Stromerzeugung in einer Hand zu belassen.

„Eine Zerschlagung dieses Verbunds würde die Sicherung der Beschäftigung und der Zukunftsfähigkeit der Unternehmensbestandteile ebenso gefährden wie überzogene Preisvorstellungen.“ Er warnte, Fehlinvestitionen des Vattenfall-Managements in anderen Ländern dürften nicht auf dem Rücken der Arbeitnehmer und Stromkunden in Deutschland abgeladen werden.

Die Schweden hatten vor Jahren eine Einkaufstour begonnen, die sie teuer zu stehen kam. Auf Zukäufe wie den niederländischen Versorger Nuon mussten sie Milliardensummen abschreiben. In Deutschland betreibt Vattenfall in der Lausitz fünf Tagebaue sowie die Kraftwerke Boxberg, Schwarze Pumpe, Jänschwalde und Lippendorf.

Die Kohlekraftwerke stehen wegen ihres hohen Ausstoßes an klimaschädlichem Kohlendioxid in der Kritik von Umweltschützern. Auch in der Bundesregierung gibt es Stimmen, die eine Abschaltung insbesondere älterer Anlagen fordern. „Ich bin allerdings sicher, dass die Frage welche Kraftwerke am Netz bleiben und welche stillgelegt werden, die Unternehmen entscheiden sollten und nicht der Staat“, betonte Gabriel nun.

Zwei mit der Strategie von Vattenfall vertraute Personen hatten gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters Finanzinvestoren wie KKK, Blackstone und CVC als mögliche Interessenten genannt. Auch die tschechischen Versorger EPH und CEZ könnten ein Auge auf die Geschäfte werfen. Den Wert schätzten sie auf zwei bis drei Milliarden Euro.

Bislang hat allerdings lediglich EPH Interesse an den Deutschland-Geschäften von Vattenfall angemeldet. EPH gehört bereits die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft (Mibrag). Ein Kauf durch deutsche Energieriesen ist derweil unwahrscheinlich, legen diese doch gerade reihenweise Kohlekraftwerke still und bauen stattdessen ihr Ökostromgeschäft aus.

Während E.ON sich dazu bislang nicht klar äußert, hat RWE abgewunken. „RWE will die Braunkohleanlagen von Vattenfall nicht übernehmen. Es gibt keine diesbezüglichen Pläne“, erklärten die Essener.

Auch der Karlsruher Versorger EnBW zeigt keine Neigung zu einen Erwerb, will diesen aber nicht völlig ausschließen. „Wir sind nicht aktiv an dem Prozess in irgendeiner Form beteiligt und ich sehe das auch aktuell nicht“, sagte Finanzvorstand Thomas Kusterer.

Es sei aber zu früh für endgültige Aussagen, da unter anderem der Preis für die Vattenfall-Aktivitäten noch nicht feststehe.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • @ Riesener Jr. „Und noch blöder, dass nun eine Reihe anderer Länder (z.B. die Türkei) in die Kernenergie EINSTEIGEN und von Russland kaufen.“
    Von uns können sie nicht kaufen, denn bei uns wurde die Weiterentwicklung dieser Technik von einem ausgesuchten Fachmann für Kernenergie verboten, dem Soziologen Jürgen Trittin.
    Was ist daran falsch wenn sich Staaten der Kernenergie zuzuwenden?

  • @ G.Nampf: Richtig! Nur zu blöd, dass wir erst die Kernenergie abschalten und wir daher nicht noch auch die Braunkohle abschalten können.

    Und noch blöder, dass nun eine Reihe anderer Länder (z.B. die Türkei) in die Kernenergie EINSTEIGEN und von Russland kaufen.


  • Braunkohle ist die schmutzigste Energiequelle und sichert nur wenige Arbeitsplätze, dafür zerstört sie ganze Landstriche.

    Aber Herr Gabriel als Sozi ist das egal; er wird immer in der Vergangenheit verhaftet bleiben.

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