Gespräche geplant
Kita-Streiks vorübergehend ausgesetzt

Nach den massiven Streiks in Kindertagesstätten können Eltern zumindest bis Anfang kommender Woche aufatmen. Bis dahin seien keine weiteren Aktionen geplant, sagte Verdi-Bundesvorstand Achim Meerkamp der Nachrichtenagentur AP.

HB FRANKFURT/MAIN. Am heutigen Dienstag weitete Verdi gemeinsam mit der Gewerkschaft GEW die Aktionen aber nochmals aus. Ausgenommen waren nur die neuen Bundesländer, Berlin und Hamburg. Unterdessen verschärfte sich der Ton zwischen den Tarifparteien.

Am Mittwoch kommender Woche treffen sich Gewerkschaften und Kommunen, um über die Forderungen der Arbeitnehmer zu beraten. Dabei geht es vor allem um mehr Gehalt und besseren Arbeitsschutz. Sollte es dann kein Entgegenkommen geben, will Verdi nach eigenem Bekunden den Ausstand weiter ausdehnen. „Wir haben uns auf eine lange Auseinandersetzung vorbereitet“, sagte Meerkamp.

Am Dienstag beteiligten nach Angaben der Gewerkschaften deutlich mehr als 15 000 Erzieher, Sozialpädagogen und Sozialarbeiter an den Aktionen. Schwerpunkte waren Hessen, Nordrhein-Westfalen, Bayern und das Saarland. In München kamen demnach 2 000 Menschen zur zentralen Kundgebung, in Frankfurt rund 4 000 und in Kaiserslautern über 500. „Die Streiks werden am kommenden Dienstag, 26. Mai, fortgesetzt und auf die östlichen Bundesländer ausgeweitet“, erklärte GEW-Sprecher Ulf Rödde.

In Schleswig-Holstein dagegen wurden wenige Kitas bestreikt, da am Montag Ausstände in Kiel und Plön per Gericht verboten wurden. Meerkamp kündigte an, gegen eine einstweilige Verfügung des Arbeitsgerichtes Kiel in Berufung zu gehen. Es handele sich um eine Einzelmeinung einer Richterin. Verdi sieht möglichen weiteren Klagen der Arbeitgeber gegen den Streik nach eigenem Bekunden gelassen entgegen. Schon in der kommenden Woche sei die Frage nebensächlich, sagte Meerkamp. Dann stelle sich heraus, ob die Arbeitgeber tatsächlich verhandeln wollten.

Meerkamp wies zudem Vorwürfe der Arbeitgeber scharf zurück, nach denen die Gewerkschaften erst Ende März ihre Forderung nach einem Gesundheitstarifvertrag vorgelegt hätten. „Das ist absolut unwahr“, sagte der Bundesvorstand. Die Gewerkschaften hätten bereits am 20. Januar ihre Forderung mitgeteilt.

Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) verlangte erneut ein Ende der Streiks. Die Gewerkschaften sollten stattdessen gemeinsam mit der VKA konstruktiv nach einer Lösung suchen, erklärte Verbandspräsident Thomas Böhle. „Der Streik ist überflüssig und - wie gestern das Kieler Arbeitsgericht bestätigte - rechtswidrig.“

Nach Angaben der Gewerkschaften gingen seit Freitag an drei Streiktagen fast 45 000 Beschäftigte des Sozial- und Erziehungsdienstes auf die Straße. Zu den wichtigsten Forderungen der Gewerkschaften Verdi und GEW zählen Verbesserungen beim Gehalt und ein Gesundheitstarifvertrag, mit dem der Arbeitsschutz verbessert werden soll. Erzieher sind vor allem großem Lärm ausgesetzt.

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