Gesundheit
Kabinett forciert Erforschung der Volkskrankheiten

Kampf gegen Demenz, Diabetes und Krebs: 5,5 Mrd. Euro will die Bundesregierung in den nächsten vier Jahren in die Entwicklung neuer Diagnoseverfahren und Therapien von Volkskrankheiten investieren. Davon sollen alleine sechs neue Forschungszentren gegründet werden.
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BERLIN. Die Erforschung von Volkskrankheite wie Demenz, Diabetes, Herz- Kreislauferkrankungen und Krebs ist Schwerpunkt des neuen Rahmenprogramms Gesundheitsforschung, das das Bundeskabinett verabschiedet hat. Mit insgesamt über 5,5 Mrd. Euro will die Bundesregierung in den nächsten vier Jahren die Entwicklung neuer Diagnoseverfahren und Therapien unterstützen. "Wir verfolgen dabei die Strategie, die besten Wissenschaftler zusammenzuführen und so die rasche Übertragung des Wissens vom Labor in die Praxis zu fördern", sagten Bildungsministerin Annette Schavan bei der Vorstellung des Programms.

Um die unterschiedlichen Forschungsansätze an Universitäten, Kliniken, unabhängigen Forschungseinrichtungen und Wirtschaftsunternehmen besser zu koordinieren, sollen sechs Zentren der Gesundheitsforschung gegründet werden. Zwei davon haben bereits im vergangenen Jahr ihre Arbeit aufgenommen: das Zentrum für neurogenerative Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson mit Hauptsitz in Bonn und das Zentrum für Diabetesforschung. Hier arbeiten Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums München, des Deutschen Diabetes-Zentrum Düsseldorf, des Instituts für Ernährungsforschung Potsdam, der Universität Tübingen und der Universitätsklinik Dresden zusammen. Zentren für Herz- Kreislauferkrankungen, Infektions, Krebs-, und die Erforschung von Lungenkrankheiten sollen folgen.

Erfolge bei der Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs

Mit dem Programm könne die Bundesregierung an eine Erfolggeschichte anknüpfen, sagte der forschungspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Albert Rupprecht. So seien neue Verfahren wie die Ionentherapie zur Behandlung von Tumoren oder die mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs mit Fördergeldern des Vorläuferprogramms aus dem Jahr 2000 entwickelt worden.

Weitere Schwerpunkte des auf acht Jahre angelegten neuen Programms sind die Präventions- und Ernähungsforschung, die in Deutschland bislang kaum entwickelte Versorgungsforschung und die Zusammenarbeit mit den Entwicklungsländern.

Ziel der Förderung sei es vor allem Forschungsergebnisse schneller zum Patienten zu bringen, sagte Schavan. Genau so wichtig sei, Gesundheitsversorgung zielgenauer und effizienter zu machen. Am Ende gehe es daher auch darum, das Gesundheitssystem in einer alternden Gesellschaft finanzierbar zu halten.

Die Industrie begrüßte das Forschungsprogramm. Vor allem der Ausbau der Versorgungsforschung sei sinnvoll, sagte die Chefin des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller, Cornelia Yzer. "Sie ist das Verbindungsstück zwischen Theorie und Praxis und legt offen, wie gut ein Gesundheitssystem ist und wie effektiv es Innovationspotenziale nutzt."

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  • Das Ziel ist gut aber
    nicht unter Führung der Dame.
    Wofür sie fähig ist, hat sie mal in bW gezeigt.
    Aus nichts wird nix.

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